Heute Anruf von meiner Mama aus dem Urlaub. Natürlich wäre die Hölle los, wenn ich nicht mit einer Postkarte bedacht werde. Also fragt Frau Mama noch mal nach meiner Postleitzahl. 37081. *kritzelkritzel* am anderen Ende der Leitung. “Die Hausnummer weißt Du?” “Ja klar, die 8.” “Ähm fast, die 9…” *kritzelkritzel*
Dazu muß man sagen, daß eine um eins zu niedrige Hausnummer eine deutliche Verbesserung gegenüber der letzten Karte gewesen wäre – die kam gleich ganz ohne an. Das war nicht ganz unsportlich von der Deutschen Post muß man sagen, da mein Straße recht lang und nicht gerade unbewohnt ist.
Eine etwas kleinere Glanzleistung vollbrachte DHL heute, als mein bei Ebay ersteigerter Speedport endlich ankam. Es empfiehlt sich ja grundsätzlich, einen Ersatzspeedport zu haben, sag ich immer. Der nächste Feiertag kommt nämlich bestimmt. Jedenfalls war die Adressgebung auch sehr kreativ: “37081 Göttingense” stand dort. Göttingense? Bitte! Wir sind eine Großstadt, wie kann man denn da unseren Namen verhunzen? Hamburgse, Münchense, Kölnse – da wär das schließlich nicht passiert.
Als Kind hab ich mal von der Klassenfahrt eine Karte geschickt an meine Tante, da stand dann: An Tante Inge. Und die Straße hab ich wohl halbwegs richtig hinbekommen, nur die PLZ hab ich einfach mal ganz weggelassen. Und: Es hat zwar ewig gedauert, aber sie ist angekommen!
Göttingense finde ich aber ziemlich cool, klingt gleich noch besser.
Auch ‘ne schöne Geschichte
Die haben schon was auf dem Kasten, diese Postler!
Da hat wohl jemand zu viel Star Wars geguckt… michse Jar Jar Binks, michse schicken Speedportse nach Göttingense…
Ich verschickte Urlaubskarten früher (bevor ich ein mit Outlook synchronisiertes Handy hatte) ja auch gerne mal mit einer Wegbeschreibung statt mit Adresse. So à la: “Von der X-Straße in die Y-Straße abbiegen, dann die erste rechts, zweites Haus links.” Kam immer an.
Kurz nachdem wir (2 Straßen weiter) umgezogen sind, kamen einige Briefe sogar zur neuen Adresse obwohl die alte draufstand, das war meiner Meinung ne Glanzleistung, u.a. waren das auch meine Simpsons Comics, es lief dann darauf hinaus, dass ich die Adresse nie geändert hab. Und meine Comics kamen immer an, auch noch zwei Jahre später!
Aber wenn meine Mama meine Adresse verpeilen würde, wäre ich schon ein wenig gekränkt – und irritiert, weil sie sich sowas generell mindestens 2x aufschreibt.