Schuld war nur der Sekt

Fazit des heutigen Tages: Kein Alkohol mehr in der Uni!

Heute hatte ein Kommilitone Geburtstag, der anläßlich seines Ehrentages eine Flasche Sekt mit ins Geomatikum (für Unwissende: Mathe-Bau der Uni Hamburg) brachte. Flugs wurde ich mit einem kompletten Plastikbecher des Gesöffes abgefüllt. Danach war die Stimmung gut und der Gang etwas unsicher. Er führte mich noch in die Bibliothek, wo ich mein Portemonnaie vermißte. Es war nicht in meiner Tasche, aber ich hatte mir doch vorhin noch etwas in der Cafeteria gekauft. Also zurück in die Badewanne (für Unwissende: So heißt der große Platz vor den Hörsälen, wo man sitzen kann). Dort lag nichts mehr, aber ich mußte es dort liegengelassen haben. Ich ging also zur Pförtnerin, die an meinem angeheitert-besorgten Gesichtsausdruck sofort erkannte, was los war. Ein netter Mensch hatte meine Geldbörse tatsächlich kurz vorher abgegeben, alles darin war unangetastet. (Ich kenne nur seinen Namen, aber nicht Telefon oder Email, wenn Du das liest, lieber Finder, dann hinterlasse eine Nachricht. Finderlohn winkt!) Überglücklich, aber auch verärgert über meine Schusseligkeit, taperte ich von dannen. Etwas später trieb es mich an das neben der Pförtnerloge gelegene öffentliche Kopiergerät. Sobald sie mich sah, lief die Pförtnerin aus ihrem kleinen Glasverschlag heraus und kam auf mich zu. „Sie haben doch heute das Portemonnaie verloren, oder?“ Hmm, ich war ihr zwar sehr dankbar, aber mir war der Vorfall auch ziemlich peinlich, also gab ich mich kleinlaut zu erkennen. Erst da erkannte ich, was sie in ihren Händen hielt. „Sie haben das hier vorhin liegengelassen, als sie ihre Geldbörse abgeholt haben“ Es waren mein Schal und meine 60 Euro-Lederhandschuhe, die ich auf die kleine Ablage vor dem Glashäuschen gelegt haben mußte. Ich hatte sie noch nicht mal vermißt.

Was hat die Frau sich wohl gedacht: „Mann, mann, mann, diese Mathematiker sind echt verdammt durch mit den Nerven. Dabei sah die eigentlich ganz klar aus, die junge Frau.“ Aber in dem Gebäude kommt das bestimmt häufiger vor.

Ich kann nur hoffen, daß der Alkohol schuld war.

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8 Antworten zu Schuld war nur der Sekt

  1. Sophie schreibt:

    Scheiße, diese Geschichte hätte von mir sein können…

    Hatte ich schon zur Genüge erwähnt, dass MEINE Lederhandschuhe für immer fort sind?? Und was heißt hier Finderlohn? Es ist ja wohl Pflicht für jeden, der ein Portemonnaie findet, es abzugeben! So eine Gier muss nicht noch gefördert werden, finde ich.

  2. Miss Sophie schreibt:

    Ich habe auch schon mal einen Lederhandschuh verloren und mit dem anderen konnte ich natürlich auch nicht mehr viel anstellen. Na, man weiß natürlich nie, am Ende kommt die eine Hand doch mal abhanden (wow, was für ein Wortspiel!), und dann hat man doch noch Verwendung.

    Es ist natürlich Pflicht, ein Portemonnaie abzugeben, daher hatte die Pförtnerin den Finder wohl auch nur nötigen können, seinen Namen anzugeben. Vielleicht hätte ich ihn ja auch gekannt, dann hätte ich ihm natürlich etwas ausgegeben oder so. Aber ich hatte wirklich Glück, im Geomatikum ist mir auch schon einmal die Geldbörse geklaut worden.

  3. Sophie schreibt:

    Oh Mann, noch nicht mal im Geomatikum ist man sicher vor Dieben??? In was für einer Welt leben wir eigentlich???

    Ich habe übrigens auch einen Mathe-Studenten kennen gelernt, der war seeehr merkwürdig… Erzählte irgendwas vom Warenkorb und Preisindex und dass seiner Ansicht nach der Kphlkopf darin überbewertet kauft, denn 1. wer kauft schon einen Kohlkopf und 2. wenn die Kohlkopf-Ernte gut ist, dann ist der Kohlkopf eben billiger, so wie 2003, oder war es 2004… Das ging noch recht lange so weiter… Dann erzählte er mir noch, dass ihn praktisch nur noch 3 Scheine vom Diplom trennen. Und vermutlich eine Diplomarbeit, aber ich vermute, die hat er auch nur als „Schein“ angesehen… Gänsehaut krieg ich, wenn ich an den denke…

  4. Miss Sophie schreibt:

    Ich wurde in der Bibliothek beklaut, als ich noch gutgläubig war und meine Tasche dort einfach in die Fächer stellte. Und ich war nur ca. 5 Minuten unten in der Bibliothek. Das ist nun über ein Jahr her, aber damals wurde dort wohl häufiger geklaut.

    Hmm, der Kohlkopf klingt sogar ein bißchen nach Wirtschaftsmathematiker, da wir uns schon gelegentlich mit Preisindizes beschäftigen. Da laufen echt ein paar schräge Typen rum. Auch ein paar eklige. Aber viele sind wirklich harmlos, man darf sie nur nicht zu lange alleine denken lassen. Und das finden Mathematiker lustig:
    http://www.vvc.edu/ph/TonerS/mathpi.html
    Gerade durch Stumble! gefunden, denn in meinem Profil steht natürlich Mathematik. Zu geil!

  5. Sophie schreibt:

    Nicht schlecht! Ich habe auch ganz gut gelacht, muss ich zugeben!

    Man findet tatsächlich ganz interessante Sachen, das meiste aber leider wieder auf englisch. Das hier fand ich klasse: The Universe Within

  6. Roland schreibt:

    Erst dachte ich ja, inhaltlich, schreibstilmäßig und auch sonst auf der falschen Sophie-Seite gelandet zu sein. Sapperlot!

    Dann möchte ich an der Stelle noch kurz das neue Layout preisen! Preis!

  7. Miss Sophie schreibt:

    Das alte Layout ist mir irgendwann ein bißchen zu muffig geworden, aber mein Beitrag an der Erneuerung hält sich in Grenzen. Bei Blogger kann man durch einen einzigen Klick das gesamte Design ändern. Die produzieren wohl laufend neue Designs, denn dieses gab es bis vor kurzem noch nicht.

    Anscheinend gibt es mehrere verwirrte Tanten, denen lustige Sachen in Hamburg passieren 😉

    Die von Sophie empfohlene Seite hat mir auch sehr gut gefallen, vor allem „Face to face with a single proton“.

  8. Roland schreibt:

    Ah, Blogger. Da kann man durch einen einzigen Klick das gesamte Design zerschießen. Vor allem, wenn man ein etwas aufgebohrtes Layout benutzt … ich muss dringend mal meinen Webserver umziehen und auf WordPress wechseln. Dieser muffige Geruch.

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