Olympisches Blech


Keine Ahnung, wie ich jemals auf die Idee gekommen bin, ich könnte diesen Bolero in zwei Wochen fertigstellen. So ganz ist Olympia allerdings auch noch nicht vorbei, nicht wahr? Sind schließlich gerade Paralympics. Und bei mir vorm Haus liegt so viel Schnee wie es ihn in Turin noch nie gegeben hat. Neulich war ich so euphorisiert von dem ganzen Geschneie, daß ich den total beknackten Drang verspürte, in einen Badeanzug zu steigen und mich im Schnee zu wälzen. Ich hätte das auch total gerne gemacht, bloß ungerne alleine. Irgendwie hat mein Papa die Genialität dieser Aktion aber nicht einsehen wollen. Dann also nicht.

Jetzt mal zu der Qualität dieses grandiosen Modell-Fotos links. Also erstmal: Das bin echt ich. Irgendwie habe ich kein anderes geeignetes Modell gefunden, also mußte ich das selbst übernehmen und zudem noch an der Kamera rumfummeln. Mit Selbstauslöser und so. Hah, das sollen die Mädels von Heidi Klum erstmal auf die Reihe kriegen. Obwohl ich auch einmal aus Versehen die Wand fotografiert habe. Naja. Mein Beinkleid ist übrigens die legendäre Low-Rise – pardon – Medium-Rise-Jeans. Übrigens hatte ich auch noch ein paar Bilder ohne die Brille gemacht. Zum Glück kann ich meinen Türrahmen auch noch ohne Sehhilfe lokalisieren. Aber irgendwie sah das mit Brille besser aus. Wählt mich vielleicht mal jemand zum Brillenträger des Jahres oder so?

Und nun noch ein Bild von der Rückseite: Ein krummer Rücken kann sehr entzücken. Man beachte, wie perfekt das Muster an der rückwärtigen Naht aufeinandertrifft. Ohne mich hier selbst loben zu wollen, muß doch festgestellt werden, daß dieses Teil durchaus tragbar ist. Ok, es gibt so ein paar unmotivierte Falten vorne an den Ärmelansätzen, aber das ist eben leger. Und zudem ganz kuschelig durch Merino-Wolle.

Für andere Stricker noch ein paar technische Details:
Anleitung: Aus der aktuellen Rebecca, Nr. 31, Modell Nr. 8 in Größe 34/36
Wolle: Merino Soft von ggh, Farbe 14
Modifikation: (Ja, genau, ich habe es modifiziert! Welch Kreativität!) Beim Kragen habe ich einen Schalkragen angestrickt anstatt einfach rundherum eine einfache Rippenblende zu stricken.

Und jetzt noch eine unglaubliche Nachricht: Ich war heute beim Zahnarzt – und es ist nichts passiert! Normalerweise enden Zahnarztbesuche immer damit, daß Mängel in meinem Gebiß festgestellt werden, deren Komplexität alles bisher dagewesene überschreitet. Meine Zahnärztin war etwas entnervt, als ich ihr erzählte, daß meine Krone schon wieder wackelt (einmal wurde sie schon neu einzementiert), fand dann meinen Vorschlag aber total super, das Ding erstmal ein bißchen weiterwackeln zu lassen. Wenn es schlimmer wird, muß ich dann wiederkommen, bevor „darunter was fault“. Faulen??? Bevor ich nicht tot bin, würde ich es bevorzugen, daß gar nichts in meinem Körper fault. Danach wäre es mir dann eigentlich ziemlich egal. Dann fiel das böse W-Wort, das genauer gesagt mit „Weisheit“ anfängt. Bisher wußte ich gar nicht so recht, ob die kleinen Beißerchen der Weisheit überhaupt schon das Licht der Welt – oder sagen wir besser: das Dunkel meiner Mundhöhle – erblickt hatten. Und mir war klar: Sobald diese ganze Thematik mal angesprochen wurde, würde es damit enden, daß die Dinger früher oder später sowieso zu einem Szene-Treff für Karius und Baktus werden würden und schnellstens raus müßten. Doch meine Zahnärztin schien zu spüren, daß ich Weisheit für etwas Erstrebenswertes halte und zudem an meinen Beißerchen hänge. Also wurde der eine noch mal etwas poliert. Dabei konnte ich es mir sogar verkneifen, meinen Standardspruch zu bringen, sobald meine Zahnärztin etwas in der Hand hält, was von einem Motor angetrieben wird: „Tut das weh?“ Polieren tut nicht weh, nur als Info an alle anderen Angsthasen auf dem Zahnarztstuhl. Die Politur war sogar umsonst!!!! Ich überlege jetzt, eine Karriere als Zahnarztfrau zu starten. Dr. Best, ich komme!

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Eine Antwort zu Olympisches Blech

  1. Sophie schreibt:

    Wow, Model-Qualitäten und Intelligenz! Das sind die Schlüsselkompetenzer der erfolgreichen Zahnarztfrau 😉

    Sehr hübsch der Bolero und sehr gelungen die Fotos. Respekt.

    Auch vor der Kein-Bohren-und-sogar-Weisheitszahn-behalten-Sache. Hab ich lange nicht geschafft :-(–>

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