Als ich mal richtig tough war…

Mein Handy und ich. Keine besonders große Liebesbeziehung. Die paar Minuten, die ich im Monat telefoniere und die drei SMS lohnen nie im Leben einen Vertrag. Durch meine innige Haßliebe zur Telekom und nicht zuletzt, weil meine Schwägerin dort früher gearbeitet und mir das Handy „organisiert“ hat, hatte ich bislang so eine tolle Xtra-Card. Irgendwann fiel mir auf, daß 80 Cent pro Minute in derHauptzeit (fast immer) zu fast jeder Nummer theoretisch zu unterbieten sein müßten. Mein Entschluß, dem rosa Riesen den Rücken zu kehren, stand am Sonntag fest und das Schicksal schien es gut mir mir zu meinen: Just am Montag gab es bei meinem Lieblings-Assi-Supermarkt Plus die günstige Gelegenheit für nur 9.99Euro eine Karte von Debitel-light inklusive 19,99Euro Startguthaben zu erwerben. Also schon mal 10 Euronen geschenkt. Toll! Am Montag also extra früh aufgestanden, dem Penner an der Kasse beim Zurückgeben seiner zwei leeren Plastikbierflaschen zugesehen und nach der Karte gefragt. „KAAAAARTEEEEEENNNN“ brüllte es da schon durch den Laden. Weniger eine Antwort an mich als eine Aufforderung an den Geschäftsführer, die Karten rüberwachsen zu lassen. Na, Karte gab es noch nicht, nur eine Nummer und einen PIN für die Webseite von debitel. Dort angekommen war ich aufs äußerste entzückt, denn ich durfte ein paar Präferenzen für meine Handynummer angeben. Und siehe da, meine neue Nummer endet nun mit meinem Geburtsdatum. Toll. So leicht kann man mich glücklich machen. Die SIM-Karte würde ich spätestens 48 Stunden per Post ihren Weg zu mir finden. Dann war sie natürlich noch nicht da.
Erst heute erschien sie tatsächlich in der Post. Also die Karte ins Handy gepfriemelt und die PIN eingedippelt. Hö? Ach so, das war die falsche PIN, nämlich die für die Webseite. Ok, da war ja so ein Wisch dabei… Man mußte solche kleinen Aufkleberchen von diesem Wisch entfernen, um alle Geheimzahlen sehen zu können. Also abgefummelt und – hö? und nochmal – hö? Na toll, SIM-Karte gesperrt, also achtstellige PUK eingeben – hö? hö? hö? Da erst fiel mir eine weitere Ungereimtheit auf: Eines der Fensterchen mit den geheimen Nümmerchen war von Anfang an offen gewesen. Mysteriös. CIA, FBI und BND also auf der Jagd nach meiner PUK2?

Die Hotline kostet 0,99 Euro pro Minute. Und da war er erreicht, der Punkt, an dem mir, einem der friedlichsten Menschen der Welt, einer Anhängerin der stoischen Philosophie und stets den Fehler erst bei sich selbst suchend – vollkommen der Kragen platzte!!! Und ich war so tough. Ich hatte vor mir selbst fast Angst, als ich nach ca. 5 Minuten in der Warteschleife und dem eher halbherzig abgerungenen Versprechen eine neue SIM-Karte zu kriegen die Erstattung der Gesprächskosten forderte. Nicht danach fragte, sondern es wollte! Könne sie weiterleiten, aber nicht versprechen. Ah, „weiterleiten“, ein Hebelpunkt für das Brecheisen in mir!!! „Dann möchte ich ihre Vorgesetzte sprechen!“ Pures Adrenalin, dieser Satz! Na gut, die konnte mich höchstens zurückrufen. Nach ca. 10 Minuten wieder die gleiche nölige Stimme, aber immerhin: ich kriege die 5 Euro gutgeschrieben. Und das Tier in mir ist erwacht….

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Widrigkeiten des Lebens veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s