Guillermo Martínez: The Oxford Murders

Inhalt: Ein junger argentinischer Mathematiker, der Ich-Erzähler der Geschichte, kommt nach Oxford, um an der altehrwürdigen englischen Universität seine Studien zu vertiefen. Er ist angetan von dem beschaulichen Städtchen, hat eine nette Unterkunft und freut sich auf die Treffen mit berühmten Fachkollegen. Doch schon am zweiten Tag seines Aufenthaltes wird seine betagte Vermieterin ermordert in ihrem Wohnzimmer aufgefunden. Bei dem berühmten Mathematiker Robert Seldom wird eine Notiz hinterlassen, die diesen Mord als den ersten einer Serie ankündigt. Unterzeichnet ist die Notiz mit einem Kreis. Seldom, ein brillanter Logiker und Verfasser eines Bestsellers, der auch ein Kapitel über Serienkiller beinhaltet, ist alarmiert und tatsächlich häufen sich darauf mysteriöse Mordfälle in Oxford.

Kritik: Nach Imagining Numbers, das sich ja als ziemlicher Reinfall entpuppte, ist dies das zweite bei der legendären Buchhandlung Hatchard's in London erworbene Buch. Konnte dieser schnuckelige Laden jetzt auch mal mit Inhalten überzeugen? Hmm, auf jeden Fall fängt "The Oxford Murders" sehr gut an, vor allem die Atmosphäre in Oxford, die für den argentinischen Mathematiker zunächst fremd ist, wird sehr gut beschrieben. Im Laufe der Handlung wird dann Spannug aufgebaut und man fragt sich, was es mit dem mysteriösen Serienkiller auf sich hat. Dem Autor, der selbst Mathematiker ist, ist es ziemlich gut gelungen, immer wieder Mathematik in den Roman einfließen zu lassen, vor allem in den Gesprächen zwischen den beiden Hauptpersonen, die z.B. über Wittgensteins postulierte Unmöglichkeit der eindeutigen Fortsetzung einer logischen Serie oder Gödels Unvollständigkeitstheorem philosophieren. Das sind die stärksten Momente in diesem Krimi, der sicherlich mehr ist als ein simpler "Whodunnit", aber sich am Ende nicht so richtig entscheiden kann. Die Auflösung hätte besser sein können und enttäuscht wahrscheinlich sowohl den Krimi- als auch den Mathematikfan.

Übrigens scheint die deutsche Übersetzung nicht so doll zu sein, wie ein sehr akribischer Rezensent bei amazon.de anmerkt, also ruhig zum englischen Buch greifen, das allerdings auch "nur" eine Übersetzung aus dem Spanischen ist. Der Stil hat mir jedenfalls gut gefallen und ich hoffe, daß Martínez noch mehr schreibt. Aber bitte nicht alle Rezensionen bei amazon.de lesen, irgendso eine Voll-Honk hat gleich praktisch die Lösung zu der mysteriösen Serie geschrieben…

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4 Antworten zu Guillermo Martínez: The Oxford Murders

  1. Sophie schreibt:

    Tja, Krimis mit nicht zufriedenstellender Lösung sind immer blöd… Aber eigentlich hört sich das recht interessant an, Morde, (hoffentlicht nachvollziehbare) Logik-Problematiken und Oxford-Milieu. Mal sehen, ich glaub, jemand aus meinem Bekanntenkreis hat das auf deutsch mal gelesen. Vielleicht werde ich mir das mal ausleihen.

    (Ich steh ja mehr auf Psycho-Ratgeber und habe mir grad das Buch "Das Pippilotta-Prinzip" geordert… Ich liebe sowas!)

  2. Sophie schreibt:

    Hm… Das hat nicht so gut geklappt mit dem Link… Würde es dir was ausmachen, das in ordentliche Form mit anklickbarem Link zu editieren? Wäre nett…

  3. Miss Sophie schreibt:

    Kann man hier irgendwas anklicken, damit Links in den Comments automatisch als solche erkannt werden?

  4. Sophie schreibt:

    Ich glaub, eigentlich macht wordpress das automatisch. Aber mein Link war vielleicht einfach zu lang?! Danke jedenfalls fürs Editieren!

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