Under the Iron Sea – Keane

Eigentlich bin ich nicht so ein großer Band-Fan. Mir wurde mit der Einführung von itunes immens geholfen, da ich hier und da mal ein Liedchen gut finde, aber selten ein ganzes Album oder eine ganze Band. Eine rühmliche Ausnahme bildete "Hopes and Fears" von Keane, mein Lieblingsalbum. An "Somewhere only we know", "This is the last time" und "Can't stop now" werde ich mich niemals überhören. Längst sind Keane auch kein Geheimtipp mehr und unlängst durften sie mit U2 auf Tour gehen. Nun mag ich U2 nicht besonders und vor allem unser selbsternannter Welt-Präsident Bono geht einem doch leicht extrem auf den Senkel. Die gerade veröffentlichte Single "Is it any wonder" klingt ein bißchen so, als hätten Keane nach ihrem Auftritt eifrig gelauscht und mitgeschrieben, aber nach ein paar Mal hören ist eigentlich doch klar, daß es ein typischer Keane-Song ist. Im Vergleich zum ersten Album sind einige Nummern etwas rockiger, hie und da mag man auch kaum glauben, daß da wirklich keine Gitarre mit am Werk war. Andere Nummern sind etwas – tja, sagen wir mal – avantgardistisch, insbesondere die Instrumentalnummer "Under the Iron Sea". Ich oute mich hier einfach mal als totaler Banause und sage: "Ich find Instrumentalnummern scheiße!" Dauernd wartet man darauf, daß mal wer zu singen anfängt und das doofe Intro aufhört. Eine ebenfalls etwas ungewöhnliche Nummer ist "Atlantic", für das Trainspotting-Regisseur Irving Welsh ein ziemlich – öh- avantgardistisches (?) Video gedreht hat. Also, eins, das ich nicht kapier. Und auch blöd finde. Aber Trainsspotting ist auch blöd, also was erwartet man? Ganz nett ist demhingegen das Video zu "Is it any Wonder", zu dem es bei der Deluxe-Version des Albums auch ein Making Of gibt. Da sieht man dann auch mal den etwas pausbäckigen Sänger, der aber so schön singt, daß man sich trotzdem ein bißchen in ihn verlieben könnte, wenn man die Augen zumacht. Wenn man sie wieder aufmacht, verguckt man sich eher in den Drummer. Ich glaube, ich bin so ein bißchen der Drummer-Groupie-Typ, bei den Stones hätte ich auch auf Charlie Watts gestanden. Also, vor 30 Jahren oder so.

Fazit: Keane-Songs sind definitiv "Grower", von denen man einige erst nach merhmaligem Hören gut findet. Ich würde mich zu der Behauptung hinreißen lassen, daß das erste Album doch besser war, aber auch der Kauf von "Iron Sea" lohnt definitiv.

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5 Antworten zu Under the Iron Sea – Keane

  1. Sophie schreibt:

    Sagt man noch aventgardistisch? 😉

    Ich mag das „Hopes and Fears“-Album auch sehr sehr gern. Schöne Melancholie. Ein bisschen Weltschmerz – das ist Musik für mich. Von dem neuen Album kenne ich allerdings noch keinen einzigen Song.

    Blind bzw. taub zustimmen kann ich aber deiner Meinung zu Instrumentalstücken. Das muss nicht sein. Wenn ich was Instrumentales hören will, dann kaufe ich mir eine solche CD, z. B. meine Entspannungs-CDs haben fast nur Instrumentalstücke…

    Und was den Sänger angeht: Ich bin auch jedesmal wieder schockiert, wie blöd der aussieht… Obwohl er das mit dem Singen so gut und glaubwürdig hinkriegt.

  2. Miss Sophie schreibt:

    Sagt man das nicht mehr? Ich lese gerade, daß die Avantgarde neue Wege in der Kunst geht. Allerdings möchte ich nicht, daß das Video und das Stück einen neuen Weg bereiten. Also sage ich einfach mal: abwegig. Die beiden Sache sind etwas abwegig. Aber es klingt nicht ganz so gebildet…

    Hab mir das Album heute noch mal in Ruhe angehört und kann es eigentlich wirklich nur empfehlen. „Is it any wonder“ wird zum richtigen Ohrwurm und bis auf diesen Instrumentalblödsinn sind eigentlich alle Lieder schön. Wenn Du etwas melancholischere Songs magst, würde ich vor allem den „Hamburg Song“ empfehlen. Jetzt muß ich mir nur noch irgendwo die Texte besorgen, die bei diesem blöden „interaktiven Booklet“, das es bei itunes mitdrauf gab, natürlich nicht drin stehen.

  3. Sophie schreibt:

    Habe heute in der Süddeutschen gelesen, Keane machen Heulsusen-Pop. Das hat mich traurig gemacht. Da stand, Keane sind genau so schrecklich wie Coldplay (die ich mir auch ganz gern anhöre) und fast so schrecklich wie U2. Hm.

  4. Miss Sophie schreibt:

    Das ist doch dieses typische Feuilleton-Band-Bashing, wenn mal eine relativ unbekannte Alternative-Band bekannter und auch nicht mehr so alternative wird. Dann hauen immer alle richtig drauf. Denen könnten sie es nur recht machen, wenn sie nur Instrumentalstücke machen würden und das Ding am Ende keiner kauft. Coldplay mag ich natürlich auch gerne.

  5. Sophie schreibt:

    Das ist ein Argument. 😀

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