Filmkritik: „Pirates of the Caribbean – Fluch der Karibik 2“

Inhalt: Port Royal in der Karibik, irgendwann früher, als es noch Piraten gab: Die Tochter des Gouverneurs, Elizabeth (Keira Knightley), will ihren Angebeteten William Turner (Orlando Bloom) heiraten. Man hat im ersten Teil ja allerlei zusammen durchgemacht, nun könnten die beiden ein paar ruhige Flitterwochen vertragen. Doch dazu soll es nicht kommen. Ein Vertreter der East-India-Trading-Company kreuzt auf und beschuldigt Elizabeth und Will, dem Verräter Jack Sparrow Captain Jack Sparrow (Johnny Depp), geholfen zu haben. Beide werden zum Tode verurteilt, sollte sich Will nicht bereit erklären, Sparrow einen magischen Kompass abzujagen. Will macht sich also sofort auf den Weg, um Jack zu suchen, während dieser gerade die Weltmeere auf der Suche nach einem geheimnisvollen Schlüssel abschippert, da ihm nach einem Deal mit dem verfluchten Kapitän Davy Jones die ewige Verdammnis droht. Außerdem wartet auf Will ein Wiedersehen mit seinem Papa, Bill „Stiefelriemen“ Turner, der langsam aber sicher zu einer Art Korallenriff mutiert.

Kritik: Vor drei Jahren sorgte der erste Teil der Karibik-Piraten für eine Sensation in den Kinosälen. Niemand hätte gedacht, daß man das Genre des Piratenfilms, das seinen Zenit nun wirklich längst überschritten hatte, derart erfolgreich wiederbeleben konnte. Dafür sorgte eine für solche Blockbuster sehr ungewöhnliche Ironie, die rasante Erzählweise, ein Schuß Romantik, grandiose Special Effects – und vor allem Johnny Depp als Captain Jack Sparrow. Ein bißchen Tunte, ein bißchen Rockstar und immer ein wenig entrückt war er der Star des Films. Daran hat sich auch im zweiten Teil wenig geändert. Orlando Bloom sieht in erster Linie gut aus, trägt ein Errol-Flynn-Bärtchen, und ist treu, aufrichtig und mutig. Keira Knightley, ach ja, ich mag die irgendwie nicht, so als Frau. Ist mir etwas zu knochig. Und auch sonst. Vielleicht spielt sie ja irgendwann mal eine Charakterrolle, aber ich seh das noch nicht. Zumal man dafür Talent bräuchte. Huh, bin ich wieder gemein heute. Aber zurück zum Film. Im Gegensatz zum ersten Teil ist die Story dieses Mal erheblich dünner, im Wesentlichen werden nur die Handlungsfäden gelegt für den dritten Teil, der im nächsten Frühjahr startet, und den man nach dem abrupten Ende nach Kalkül der Macher hoffentlich kaum noch erwarten kann. Trotzdem wollen wir nicht meckern, es gibt 150 Minuten ohne Pause lustige Fechtszenen, Kloppereien (eine richtige Wirtshausklopperei, yes!), perfekte Special-Effects und jede Menge Slapstick (dieser Obstspieß – zu geil!). Und das wichtigste: Auch dieser Teil nimmt sich selbst nicht zu ernst. Etwas außer Atem verläßt man das Kino – und freut sich tatsächlich auf den dritten Teil, wenn hoffentlich geheiratet, Papas befreit und Seelen gerettet werden.

Noch zwei kinotechnische Hinweise: Das Cinemaxx scheint auf Kritik zu reagieren und es gab nur knapp 30 Minuten Werbung. Auch auf den Eismann wurde verzichtet. Dafür war die Klimaanlage etwas übersteuert. Zweitens würde ich trotzdem nicht ins Cinemaxx gehen, sondern in ein Kino ohne numerierte Sitzplätze. Beim Reingehen sollte man dann die Grüppchen von hyperventilierenden Teenie-Mädels lokalisieren und sich möglichst weit entfernt von denen niederlassen. Selbst wenn das dazu führt, daß man in der ersten Reihe sitzt, wird man meinen Rat spätestens beim ersten Auftritt von Orlando Bloom zu schätzen wissen, wenn das enthusiastische Seufzen und Quieken aus den hinteren Reihen vergleichsweise leise zu vernehmen ist.

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2 Antworten zu Filmkritik: „Pirates of the Caribbean – Fluch der Karibik 2“

  1. Thomas schreibt:

    Ah, lese ich da bezüglich der guten Keira etwas Sutenbissigkeit heraus? 😉 Aber was ist mit ihrer Rolle in „Stolz und Vorurteil“, durchaus eine Charakterrolle und damals hatte man auch nicht das Gefühl ihr ständig was zu essen geben zu müssen.

    Aber ansonsten kann ich die Kritik unterschreiben. Der Vorgänger war besser, in fast allen Bereichen. Aber der aktuelle Film ist auch noch ganz ordentlich, wenn man ohne Ansprüche ins Kino geht.

  2. Miss Sophie schreibt:

    Stutenbissigkeit? Das Wort ist mir vollkommen fremd 😉 „Stolz und Vorurteil“ habe ich nicht gesehen, aber ich hätte das jetzt eher als Kostümfilm denn als Literaturverfilmung gesehen. Aber seitdem hat sie garantiert abgenommen!

    Ich seh da auf jeden Fall Potenzial für den dritten Teil, da könnte es sich wieder steigern. Zumal dann vielleicht mal ein paar Handlungsstränge zu Ende geführt werden.

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