Den coolsten Laden in ganz Hamburg

habe ich heute entdeckt. Doch der Reihe nach.

Am letzten Freitag habe ich einen neuen Neffen bekommen, bin jetzt also schon doppelt Tante. Am Wochenende wird der Kleine mal fachmännisch begutachtet und dabei natürlich auch seine große Schwester, die jetzt anderthalb ist, besucht. Da die kleine Nele mein Patenkind ist, bin ich natürlich verpflichtet, ihr was mitzubringen (diese Pflichten einer Patentante wurden bei der Taufpredigt explizit erwähnt). Ich begab mich heute also zu Pappnase, dem vielleicht zweitcoolsten Laden in Hamburg. Dort gibt es allerlei zum Jonglieren und Zaubern, Comics und so Kleinkrams wie Kreisel, Scherzartikel etc. Schnell weckte ein Seifenblasenfläschchen Kindheitserinnerungen, doch ein Gegencheck bei den Großeltern ergab, daß Nele natürlich schon so ein Fläschchen hatte. Diese Kinder von heute, was haben sie noch nicht?

Ha, so einen tollen Soundwürfel haben sie noch nicht:
SoundwürfelSo gehören die Hälften natürlich nicht zusammen, aber wenn man kräftig überlegt und sie richtig zusammensetzt, ertönt munteres Grunzen oder Muhen. Genau das richtige also, um dem Lärm, den ein sieben Tage altes Baby macht, noch eins draufzusetzen! Keine Sorge, so laut sind die Dinger nun auch nicht und Nele kann sich damit bestimmt mal ein paar Minütchen alleine beschäftigen, während Fläschchen gegeben werden.

Nun aber zum titelgebenden Laden. Noch bei Pappnase wurde vorgeschlagen, die Funktionsfähigkeit zu testen, was aber an fehlenden Batterien scheiterte. Ich wurde mit ausholender Armbewegung an das nächste Elektrogeschäft verwiesen. „Ähm, dieses komische Elektrogeschäft??“ „Ja, genau das, aber der Verkäufer ist sehr nett“, belehrte mit die Pappnasin. Jeder, der mal an der Grindelallee in der Nähe von Zweitausendeins und „Andere Welten“ war, wird wissen, welches Geschäft ich meine. Es ist ein winziger Laden, der ein Schaufenster hat, das vollkommen mit Elektrogeräten vollgestapelt ist, so daß höchstens durch die Tür Licht hineindringen kann. Über ebenjener Tür befindet sich ein Neonreklameschild, das ca. fünfzeilig beklebt ist und auf alles verweist, was man dort kaufen kann, insbesondere Rasiergeräte, Epilierer, Batterien,… Jedes Produkt scheint inklusive Seriennummer schon auf diesem Schild zu erscheinen. Auch die angebotenen Dienstleistungen, insbesondere Reparaturdienste, werden erwähnt. Tritt man ein, bietet sich dem Kunden ein winziger Gang dar, gerade breit genug, um unfallfrei wieder umzudrehen. Links davon befindet sich eine recht langer Verkaufstresen, wiederum angefüllt mit Elektrogeräten aller Art. Außerdem eine Vitrine mit Messern und Stapel von Rasierern. Über dem Tresen ist eine Stange an der Decke, die mit Fahrradketten, Kabeln, einer Art Kalaschnikowgriff und anderen Nahkampfwaffen behängt ist. Irgendwo im Hintergrund baumelte ein Plastikfuß (!) an einem auf Wadenhöhe abgeschnittenen Jeansbein.

Der Verkäufer war totel nett. Ich konnte drei Batterien kaufen, die aus einem Karton gekramt wurden und wohl kaum im Originalzustand (d.h. voll aufgeladen) waren, aber egal. Er schraubte mit den einen Würfel auf, setzte die ein und war ganz interessiert, was mit den Würfeln passierte. Wir probierten zwei Tiere aus, er fand das richtig süß und merkte an, das wäre wohl nur was für kleine Kinder. Ich erzählte kurz von meiner Nichte, bezahlte und ging wieder raus. Also, wenn ich demnächst mal eine Nahkampfwaffe brauch, geh ich da definitiv wieder hin.

Noch eine kleine Anmerkung: Rechts in der Seitenleiste befindet sich seit gestern so ein kleines Chatfenster. Wenn ich online bin, kann man da gerne was reinschreiben und mich anquatschen. Außerem habe ich die Möglichkeit, meine Besucher anzuquatschen, bloß hat das bislang nur dazu geführt, daß diese die Flucht ergriffen haben. Etwas mehr Interaktivität bitte, ja?!

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6 Antworten zu Den coolsten Laden in ganz Hamburg

  1. Sophie schreibt:

    Ja, wenn er den funzt, der kleine Kasten. Schade, dass der nicht muht, wenn man ihn richtig benutzt. 🙂

    Ich weiß, glaub ich, welches Geschäft du meinst, war da aber natürlich auch noch nie drin. Ich war aber auch noch nie bei Pappnase drin. Eigentlich geh ich nirgens gern rein, wo ich noch nie war, aber diese Neurose soll nicht das Thema sein…

    Gute Strategie aber, von dem Kasten zu schreiben, damit sich die Leute nicht so erschrecken, wenn du sie anquatscht.

    Darf ich fragen, wie dein kleiner Neffe heißt? Und Glückwunsch zum Tante werden. Warte ab, bis du vier hast, so wie ich… Das ist richtig teuer.

  2. Miss Sophie schreibt:

    Muhen wäre ein cooles Feature. Dann würden sich die Besucher vielleicht auch mehr wundern und nach der Ursache suchen. Dieses „Plung“ ist einfach zu dezent.

    Du mußt dir unbedingt einen Vorwand suchen, um in den Laden reinzugehen. Tu einfach so als ob Du Batterien willst, aber nicht weißt, welche Größe. Oder frag nach etwas ausgefallenem, damit er ins Lager muß und Du Dich in Ruhe umsehen kannst.

    Ich gehe nicht gerne in Läden, wenn ich die einzige Kundin/Kunde im Geschäft bin. Das ist mir dann zu viel Aufmerksamkeit. Ich stöber lieber unbeobachtet rum. Bei diesem Elektro-Laden war ich so aufgeregt und euphorisch, daß es nicht so schlimm war, daß ich alleine im Laden war. Ich kann das wirklich nur jedem empfehlen!

    Mein Neffe heißt Fynn. Ich glaube, das ist zur Zeit auch ein sehr angesagter Vorname.

  3. henriette schreibt:

    Süüüssss! Mit so kleinen Geräusche-von-sich-gebenden Geschenken kann man sich im Übrigen richtig beliebt machen (bei den Eltern that is)… Glückwunsch zum neuen Neffen!

  4. Miss Sophie schreibt:

    Ich hab vorhin schon erfahren, daß die Nerven wohl gerade recht blanl liegen bei den Guten. Der Lütte hält nicht so viel von geregelten Tagesabläufen. Mal sehen, wie das morgen wird.

  5. Sophie schreibt:

    Tja, so ist das mit Babys. Hätte man sich vorher überlegen sollen, sach ich ja immer.

  6. Miss Sophie schreibt:

    Das waren gerade eben exakt meine Worte! Genau die. Hab ich aber nur zu meinen Eltern gesagt.

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