Warum man besser anonym bleiben sollte

Heute war mal wieder Tag der wöchentlichen OpenBc-Statistik. Ja, das ist ein bißchen yuppie-mäßig, aber so am Ende des Studiums ist es ja nicht uninteressant, ein bißchen über seine ehemaligen Bankgenossen auf dem Laufenden zu bleiben.

Am geilsten ist das Feature, daß ich sehen kann, wer zuletzt auf meiner Kontaktseite war. Leider kann man als nicht-zahlendes Mitglied nur ein winziges Foto des Besuchers sehen, und welche Art von Suchanfrage ihn auf meine Seite führte. Den Namen würde man nur als Premium-Mitglied rauskriegen. Immerhin sind die openbc-Heinis gnädig und in der wöchentlichen Statistik, die man zugemailt bekommt, stehen drei ausgewählte Vertreter mit Namen und allem. Wenn man Pech hat, sind das ein paar Pappnasen, die man eh schon kennt und auch an dem Winz-Foto erkannt hatte. Heute hatte ich mal Glück. Einer hatte nach meinem Nachnamen und Hamburg gesucht. Der Name von dem Typen kam mir aber nur sehr entfernt bekannt vor. Nach ca fünfminütigem Überlegen sah ich die Chancen gut, daß derjenige mal mein VWL-I-Tutor war. Damals, im zweiten Semester meines Studiums. Zum Glück konnte dieser Anfangsverdacht später durch I.T. bestätigt werden 😉 Meine Erinnerung war schon komplett verblaßt und der junge Mann hätte einfach eine Randnotiz der Geschichte in meinem Leben sein können. Was verhalf ihm nun zu ungeahnter Prominenz in meinem Blog? Google!

Eigentlich wollte ich ja nur googeln, ob ich vielleicht noch irgendwas über die Übungsgruppen von damals finde. Stattdessen fand ich dies. Normalerweise würde ich den Namen schwärzen, aber wenn der Typ nicht anonym bleiben will, nachdem er meint, mit seinem blumengeschmückten Brautauto einen Behindertenparkplatz blockieren zu müssen, dann will er das eben nicht. Immer schön einen auf dicke Hose machen im Tutorium und dann wegen 35 Euro aufregen. Tss, tss, tss. Tja, so kann einem Google den Ruf ruinieren. Oder den Tag retten.

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7 Antworten zu Warum man besser anonym bleiben sollte

  1. die doktorin schreibt:

    Also, der Typ, der auf dem Behindertenparkplatz geparkt hat (tolle Notsituation… Wer hat die denn gezwungen zu heiraten?) ist dein Tutor gewesen? Und der hat dich aber nicht gesucht, sondern wer anders?

    Oder ist der Typ vom Behindertenparkplatz der Typ, der dich gesucht hat, aber nicht dein Tutor? Klappt heute morgen noch nicht so mit dem Denken. Wegen 35 Euro, die berechtigt sind, weil Behinderte eben Sonderrecht genießen MÜSSEN, würde ich mich jedenfalls nicht so anstellen. Ich seh schon den Gesichtsausdruck seiner Frau bei der Silberhochzeit, wenn der Olle immer noch die Geschichte mit dem Behindertenparkplatz und den 35 Euro erzählt… „35 Euro, das war damals viel Geld!“

    Ansonsten finde ich bei OpenBC gerade diese Johnny-Kontroletti-Masche ziemlich blöd. Da kann man nicht mal friedlich jemanden suchen, ohne dass der es erfährt. Ist doch Mist.

  2. Miss Sophie schreibt:

    Oh, oh, habe ich mich wieder so unklar ausgedrückt? Also, der Typ, der mich gesucht hatte, war mein Tutor. Wobei ich jetzt nicht weiß, warum der mich gesucht hatte. Vielleicht sind ihm alte Aufgabenzettel von mir in die Hand gefallen oder er suchte einfach jemand anderen mit meinem Nachnamen in Hamburg und es war nur ein Zufall. Und dann habe ich nach seinem Namen gegoogelt und es kam raus, daß er der Typ auf dem Behindertenparkplatz war. Also Tutor, Sucher und Falschparker in einem.

    Ja, daß andere natürlich auch jeden Schritt verfolgen können ist blöd. Und der ist sogar Premium-Mitglied und sieht jetzt, daß ich auch auf seiner Seite war.

  3. die doktorin schreibt:

    Ich schnüffel ja liebend gern anderen hinterher, aber wie das so ist mit Paranoiden, habe ich natürlich dann tierische Angst, dass man mir hinterher schnüffelt…

  4. Miss Sophie schreibt:

    Ich sach nur: Statcounter. Übringes habe ich einen regelmäßigen Gast aus Ungarn, den ich an dieser Stelle herzlich begrüßen möchte: Jó napot

  5. henriette schreibt:

    Köstliche Geschichte! Da definiert sich doch das Wort „Notsituation“ völlig neu… Also, Kerstin, ob Du Dir mit diesem Gatten einen Gefallen getan hast, remains to be seen….

  6. Ratilius schreibt:

    bin auch bei open bc und finde es immer wieder lustig zu sehen, wie betont seriös sich meine bekannten verkaufen.

  7. die doktorin schreibt:

    Ungarisch.. Ich hatte neulich einen aus DomRep, aber einen verirrten, schätze ich. Die Flagge kannte ich gar nicht 😉

    OpenBC ist Teufelswerk… Stasi des Internets. Oh, heute bin ich zu drastischen Analogien aufgelegt…

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