Gut Ding will Weile haben

Einige Probleme erledigen sich ja von selbst. So fanden gestern und vorgestern zwei Besucher wieder per Google zu mir. Ich sehe darin erste zaghafte Annäherungsversuche von Google und werte diese als positiv. Es gibt sicher eine gemeinsame Zukunft für Google und mich.

Andere Dinge erscheinen als vollkommene Selbstgänger und entwickeln sich zu langfristigen Ärgernissen. Wie bereits erwähnt, gab ich am letzten Donnerstag meine Diplomarbeit ab. D.h. ich taperte ins Prüfungsamt, das sich im dritten Stock des Mathe-Gebäudes befindet. An diesem Dienstag wollte ich mir dann von meinem Prof eine Bescheinigung abholen, daß ich mindestens ein „ausreichend“ für meine Arbeit kriege und es damit nur noch eine Frage der Zeit ist, bis ich mich „Diplom-Wirtschaftsmathematikerin“ schimpfen darf. Er hatte auch schon einen Schrieb vorbereitet, bereits unterschrieben, da er meine Arbeit ja einigermaßen kennen würde – bei ihm angekommen wäre sie allerdings noch nicht. Nach fünf Tagen! Um die Situation zu verdeutlichen: Dieser Prof sitzt im ersten Stock des Mathe-Gebäudes. Natürlich kommt die Sache noch besser, denn mit der Zweitgutachterin ist die Sache nicht ganz so locker. Für ihre Unterschrift würde sie verständlicherweise schon gerne mal einen Blick in meine Arbeit werfen – die auch heute noch nicht bei ihr angekommen war. Auch sie ist seßhaft im ersten Stock des Mathegebäudes. Ich stapfte also hoch in den dritten Stock, fragte die Prüfungstussi, was wohl passiert wäre und sie warf einen Blick in meine Akte. „Hab ich am 24. abgeschickt. Mit der Hauspost“ „Das war vor einer Woche! Ist das denn jetzt normal?“ „Ja, leider schon.“ Eine Woche. Oder noch viel mehr, denn wer weiß schon, wann die endlich mal an ihrem Zielort ankommen? Für ca. 100 Schritte (mit dem Fahrstuhl vielleicht 50) und ca. 10 Meter Entfernung in der Luftlinie. Gab es eigentlich schon mal Überlegungen, die Verwaltung an der Uni zu privatisieren?

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8 Antworten zu Gut Ding will Weile haben

  1. die doktorin schreibt:

    Die Uni ist echt schlimmer als diese Behördengebäude bei Asterix. Was machen die damit??? Das würde mich echt mal interessieren. Ich meine, ich vermute ja mal, dass deine Diplomarbeit tatsächlich mit bestem Willen transportiert wird! Die lassen die nicht ne Woche rumliegen. Die haben nur wahrscheinlich ein so kompliziertes „historisch gewachsenes“ Verteilsystem, dass das Ding immer wieder neu in irgendwelche Stapel einsortiert und an den nächsten Zuständigen weitergeleitet wird, bis es dann beim Empfänger landet, in Rekordzeit, wenn man es mit dem Transport eines Briefes in Kriegsgebiete vergleich wenigstens.

  2. Miss Sophie schreibt:

    Ich denke auch, ich brauch bald ein lila Formular für das gelbe Formular für einen Nachforschungsauftrag. Vielleicht soll die kleine Diplomarbeit auch mal was erleben und wird deswegen durch ein paar Büros durchgereicht. Inklusive Auslandsaufenthalt. Obwohl ich eher vermute, daß sie irgendwo ganz unten auf einem Stapel „unzustellbar“ liegt, der alle drei Jahre unbesehen in den Mülleimer wandert.

  3. die doktorin schreibt:

    Vielleicht ist sie so gut, dass sie jeder, der sie in die Finger bekommt, erst einmal lesen MUSS. 🙂 Sie wird bestimmt nicht weg sein. Das findet sich alles wieder an.

  4. Ratilius schreibt:

    Die Hauspost wird vermutlich eher nicht jedes Zimmer direkt mit jedem Zimmer verbinden (da die Zahl der Relationen sonst ins astronomische steigt) sondern den ganzen Krempel in einer Räuberhöle horten von wo es nach dem sortieren an die Zielzimmer geleitet wird.
    Von daher ist der Weg sicher einige Schritte länger und beim Sortieren gibt es noch ein Warteschlangenproblem.
    In Anbetracht dieser Widrigkeiten ist eine Woche doch eine ganz gute Zeit 🙂

    Versuch doch die Hauspost zu infiltrieren und anschliessend den Prozess zu verbessern – ein ausgezeichnetes Betätigungsfeld für eine Wirtschaftsmathematikerin.

  5. henriette schreibt:

    Die haben wahrscheinlich Rohrpost und der/die Verantwortliche für den Transport von Rohrposteingang A in Rohrpostausgang B ist entweder krank, auf Kur oder besucht eine Weiterbildungsmassnahme. Ich würde mir da keinen Kopf machen 😉

  6. pinkbuddha schreibt:

    Henriettes Erklärung scheint mir die schlüssigste zu sein 😀 Derjenige hat sicherlich Bildungsurlaub und macht Meditationen in der Toskana…

  7. Miss Sophie schreibt:

    Bei meinem Erstgutachter ist die Arbeit tatsächlich am Mittwoch angekommen!!! Bei der Zweitgutachterin war sie am Freitag immer noch nicht da. Wahrscheinlich bringt es Nachteile, wenn man neu ist, denn sie ist erst seit einem halben Jahr an der Uni Hamburg. Kriegt man wohl nur alle Jubeljahre mal Post, wenn sich irgendjemand fragt, wer eigentlich dieser mysteriöse Prof ist, den keiner kennt und von dem sich jetzt schon drei Monate lang Post angesammelt hat.

  8. pinkbuddha schreibt:

    Wow, Glückwunsch. Also brauchst du dir wenigstens keine Sorgen mehr zu machen, dass deine Diplom-Arbeit womöglich komplett verschollen sein könnte. Irgendwann kommt sie bestimmt auch bei der „Neuen“ an… Und jetzt hast du das Diplom quasi in der Tasche 🙂

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