Buch-Stöckchen

Von pinkbuddha habe ich ein Stöckchen zugeworfen bekommen, das ich gleich mal beantworten möchte. Es geht um Bücher, die im Regal verstauben, weil entweder nicht fertiggelesen, oder noch nicht angefangen und die passenden Begründungen für das schändliche Tun. Zehn Bücher wie gewünscht werden es nicht, denn ich bin eisenhart. Was ich anfange, wird fast immer auch beendet. Hier sind die Liegenbleiber:

  • Adam Fawer: Null Hab mir das sogar zum Geburtstag gewünscht, weil es spannend sein sollte und um Wahrscheinlichkeiten geht. In Wirklichkeit ist es einfach nur abstrus, da sich der Held zufällig als Laplacescher Dämon entpuppt, der die Wahrscheinlichkeiten aller möglichen Versionen der Zukunft berechnen kann. Wird auch noch erklärt mit Quantenphysik und so. Einfach nur bescheuert.
  • Richard Tuck: Hobbes Wenn ich meinen optimistischen Tag habe, sind die Stoiker meine Lieblingsphilosophen. Habe ich meinen Pessimistischen, ist es Thomas Hobbes. Liegt auf dem Nachttisch, aber vor dem Einschlafen wären ein paar Briefe von Seneca dann wohl doch geeigneter.
  • Douglas R. Hofstadter: Gödel, Escher, Bach Das Buch ist eigentlich ein Hammer. Es ist nur ein bißchen, tja, lang. Irgendwo zwischen den Bachfugen und dem Termitenhaufen, der Amanda oder so hieß, ist mir die Puste ausgegangen. Nun steht es im Regal, und wenn ich mal ein paar Informatiker aufreißen möchte, kann ich sie mir den Worten locken: „Soll ich Dir mal meinen „Gödel, Escher, Bach“ zeigen?“
  • Martha Grimes: The Winds of Change Richard Jury ist im Lauf der Jahre ein guter Freund geworden. Und Melrose Plant würde ich immer noch heiraten. Das kommt als nächstes dran, wenn der Fandorin auf dem Nachttisch abgearbeitet ist.
  • Hans-Hermann Dubben: Mit an Wahrscheinlichkeit grenzender Sicherheit Klingt gut, der Titel, und rororo Science enttäuscht meistens nicht. Das kommt als nächstes dran, wenn die Unendlichkeit auf dem Stubentisch abgearbeitet ist.

Das ist doch ganz sportlich, nicht wahr? Ich schlage jetzt mal vor, wem das Stöckchen gefällt, der nimmt es sich einfach, damit die Hauerei hier mal ein Ende hat 😉

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10 Antworten zu Buch-Stöckchen

  1. pinkbuddha schreibt:

    Ich lese ja in letzter Zeit eigentlich nur noch Belletristik, und immer weniger Sachbücher. Eigentlich ist das schade, denn wo du „Unendlichkeit“ erwähnst, von John Barrow hab ich auch mal was gelesen, was ich recht unterhaltsam und aufschlussreich fand, ich glaub, das hier. Gehörte mir aber nicht, daher nur verschwommene Erinnerung. Aber auf historisches steh ich gar nicht!

    Inspektor Jury hingegen ist immer eine Freude zu lesen.

  2. Ratilius schreibt:

    Dieser Gödel-Escher-Bach gehört wohl zu den Büchern, die nur wenige Auserwählte bis zum Ende lesen. Jedenfalls staubt er seit drei Jahren knapp halb gelesen in meinem Bücherregal ein.

  3. Miss Sophie schreibt:

    Ja, wenn Du mal eine Informatikerin aufreißen willst, kann es Dir aber gute Dienste leisten.

    John D. Barrow ist schon ein guter Mann, der schreibt recht unterhaltsam. Ich mag auch nicht alle historischen Sachen, aber Fandorin ist z.B. ganz witzig, der hat immer so pseudomoderne Ermittlungsmethoden. Was bei Fandorin hinderlicher ist, sind die ganzen russischen Verhältnisse. Schon daß die Leute da grundsätzlich drei Namen, zwei Titel und dann noch fünf vollkommen zusammenhangslose Kosenamen besitzen, bringt mich immer wieder raus.

  4. thomas schreibt:

    Die Hobbes-Biographie hab ich sogar gelesen, die dürfte ihrer Kompaktheit – sprich die geringe Seitenzahl – auch mal schnell etwas für einen plötzlich verregneten Nachmittag sein. Ich fand es ganz interessant, weil Hobbes für mich vorher nur aus dem „Leviathan“ bestand. (Was allerdings auch ausreichend war mir in manchen Phasen „homo homini lupus“ als Lebensmotto auszusuchen.)

  5. kreuzberger schreibt:

    Russische Vor-, Nach- und Kosenamen machen einen echt fertig. Habe bei Pasternaks „Doktor Schiwago“ und Dostojewskis „Idiot“ andauernd im Namensregister nachschlagen müssen, wenn ich mal drei Tage nicht drin gelesen hatte.

    Mal sehen, vielleicht gucke ich mir das Stöckchen mal genauer an…

  6. Miss Sophie schreibt:

    Wenn die denn wenigstens ein Namensregister haben! Ich bastele mir dann immer selber eins, indem ich eine kleine Liste anlege, die ansonsten als Lesezeichen dient.

    Dann bist Du hiermit offiziell mit dem Stöckchen beworfen. Los! Such!

  7. kreuzberger schreibt:

    Mein eBay-Schiwago war so alt, dass er noch eins hatte. Und von Dostojewski habe ich mir bei Joker’s gleich die günstige Gesamtausgabe geholt. Anstrengend zu lesen, weil dünnes Papier und kleine Schrift, aber immerhin mit Register.

  8. kreuzberger schreibt:

    Ganz vergessen: Das habe ich befürchtet. 😉 Ich werde dann mal – heute abend? – mit dem Suchen beginnen…

  9. Pingback: Ungelesen « symBadisch

  10. Klaus schreibt:

    Hobbes weckt bei mir traumatische Erinnerungen an eine Demokratietheorie-Übung, brrr! Aber wenn ich so drüber nachdenke, ich hab seit Jahren Moby Dick im Regal stehen, komme aber nie dazu (eigentlich ein Verbrechen). Vielleicht sollte ich mir wirklich mal wieder die zeit nehmen…

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