Hafa in Bremen

Heute stand mal ein kleiner Ausflug auf dem Programm. Mit dem Metronom ging es nach Bremen. Mit dem Metronom zu fahren, ist ein wenig anstrengend. Nicht, daß der Zug nicht bequem wäre, der Fahrkomfort ist großartig! Er hält bloß in jedem am Schienenrand liegenden Kuhdorf. Auch das wäre nicht soo schlimm, würde es nicht jedesmal euphorisch gefeiert. Zuerst gibt es eine Durchsage: „In wenigen Minuten erreichen wir Tostedt. Sie haben Anschluß an — insert beliebige Bummelbahn here — mit Abfahrt um — insert time —-. Bitte beachten sie auch die Anzeigen auf den Anzeigetafeln und Durchsagen auf den Bahnsteigen. Vielen Dank.“ Als nächstes kommt ein – ding-dong-dingel-Geräusch und „Nächster Halt: Tostedt.“ Dann kommt eine muffelige Durchsage vom Zugführer: „Ausstieg: links“. Kurz vorm Bahnhof dann nochmal „Wir bedanken uns bei allen Passagieren, die hier um- und aussteigen, fürs Mitfahren und wünschen Ihnen eine angenehme Weiterfahrt und einen schönen Tag.“ Es lebe der ipod!

Die Hafa ist einfach so eine „Lifestyle“-Messe, ähnlich wie „Du und Deine Welt“ in Hamburg. Besonders ansprechend fand ich aber, daß es einen „kreativ“-Bereich gab mit allen Neuigkeiten zum Thema Basteln und Handarbeiten. Das Durchschnittsalter der Messebesucher war ca. 80 und diese waren zu 90 % weiblich, aber es war toll. Ich mag solche Messen. Vor allem die Küchenmaschinenvorführungen oder auch nur diese tollen Gemüsehobel. Oder die Dampfreiniger. Oder die Dampfbügeleisen. Und dann gab es auch einen Pavillon mit einem Kälbchen und einem gaaanz süßen Pony. Die kleine Haus- und Landfrau in mir bekam mal wieder alles, was ihr Herzchen begehrte.

Im kreativ-Teil waren die Leute noch älter und noch weiblicher als sonst, aber es gab allerlei interessantes. Ich durfte mir so eine von diesen kleinen Lichterketten mit bunten Lampenschirmchen basteln – ist zur Zeit wohl so eine Art Basteltrend. Ja, das ist natürlich irgendwie Krempel, aber immerhin elektrischer! War witzig. Außerdem habe eine Occhi-Meisterin getroffen. Sie war ganz gerührt, als ich mir ein paar Sachen an ihrem Stand anguckte und meinte: „Die Anleitung war in der Anna (Handarbeitszeitschrift), die kenn ich.“ Und ich war natürlich voll gerührt, eine Meisterin an der Occhi-Nadel zu treffen. Was dem einen sein Laserschwert, ist dem anderen seine Occhi-Nadel, sag ich immer. Also, insgesamt kann ich die Hafa nur empfehlen.

Und dann war noch der Typ bei Staples toll. Ich wollt da nur eine Kopierkarte kaufen und natürlich ist da so ein Opa vor mir an der Kasse. Typ: Opa mit Oldtimer-Cabriolet / Sugar Daddy. Sucht ’ne Druckerpatrone für seinen PhotoSmart 1250. Kassierer holt Katalog, sagt es gibt nur 1215. Na gut, sagt der Opa. Kassierer holt Patrone. Ne, sagt der, Opa, die ist zu dünn. Die wäre sonst immer dicker gewesen. Könnte nicht die richtige sein. Anstatt sich nun zu trollen und mal ein Auge auf seinen Drucker daheim zu werfen, schien es ihn an Ort und Stelle in eine tiefe Sinnkrise gerissen zu haben. Er bräuchte die jetzt ja ganz dringend, nein, er müßte die unbedingt jetzt haben. Erst einige Zeit später merkte er, daß er nicht der einzige im Laden war. „Was wollen Sie denn?“ „Ich will nur ’ne Kopierkarte.“ „Ja, gib der Kleinen mal eben ihre Kopierkarte.“ Spacken. Zu doof, um ’ne Druckerpatrone zu kaufen und dann auch noch beleidigend werden. Einige merken es echt nicht.

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13 Antworten zu Hafa in Bremen

  1. pinkbuddha schreibt:

    Hafa hab ich noch nie gehört… Solche Events sind eigentlich aus zwei Gründen reizvoll, finde ich. Zum einen, weil einen eben diese Randgebiete interessieren (wenn ich Occhi-Nadeln jetzt mal als Randgebiet bezeichnen darf…) und zum anderen, weil man die Hoffnung hat, da so schräge Sachen zu erleben, dass sie schon wieder gut sind. So ähnlich ging es mir z.B. mit meinem Laminat-Kurs, aber enttäuschenderweise war der ja total normal.

    Über solche Sachen wie mit dem Opa könnte ich mich auch immer tagelang aufregen. In solchen Situationen fällt mir dann auch nichts Schlagfertiges ein… (Dabei fällt mir ein, dass ich vor vielen Jahren einmal an der VHS einen Schlagfertigkeitskurs besucht habe… Da waren aber hauptsächlich Frauen, die bei der Arbeit gemobbt wurden oder ernste psychische Probleme hatten, was sich leider auch durch Schlagfertigkeit lösen ließ.)

  2. Miss Sophie schreibt:

    Ja, die Aussicht auf schräge Dinge kann einem immer wieder den Tag versüßen 😉

    Das mit dem Opa war echt nervig, mir ist da auch nach längerem Nachdenken gar keine gute Antwort drauf eingefallen. Aber man muß ja auch nicht immer antworten. Mir hätte nur sowas wie „Ihre Kleine bin ich gewiß nicht“ auf der Zunge gelegen, aber das wirkt dann auch so schnell zickig und pikiert. In dem Schlagfertigkeitskurs hast Du doch bestimmt schräge Dinge erlebt, oder? Aber ich glaub nicht, daß man Schlagfertigkeit gut lernen kann. Vor allem BIN ich normalerweise auch schlagfertig. Und Du doch auch. Neulich mit dem Auto und diesen Bauarbeitern!

    Ich glaube fast, alle VHS-Kurse sind irgendwie schräg, oder? Wenn mir mal nichts anderes zum Bloggen einfällt, mache ich da mal so einen „E-mail schreiben für Frauen“-Kurs.

  3. pinkbuddha schreibt:

    Was meinst du, warum ich diese Begebenheit gebloggt hab? Weil ich nämlich sonst immer so ca. zwei Stunden später schlagfertig bin… Der Kurs war echt schräg, aber ich erinner mich nur noch diffus. Es gibt eben so ein paar Techniken, wie man blöde Sprüche auseinander nimmt. Durch Nachfragen z.B. Und noch irgendwelche. Jedenfalls sollte man immer ein Beispiel nennen, nachdem die Dozentin einen blöden Spruch gebracht hat, wie man darauf reagieren kann. Und die Leute können nicht einmal das eben Gelernte auf den Spruch der Dozentin transferieren…. War echt übel. Vielleicht sollte man mal Dozentin für so „E-Mail schreiben für Frauen“-Kurse werden, fällt mir dabei ein (oder meintest du das?) Das wäre bestimmt spannend. Also, spannend im Sinne von anstrengend und frustrierend.

    Aber zu dem Opa gibt es vielleicht wirklich gar keine gute Antwort. Höchstens: „Ich warte lieber, bis sie alter Sack ihre Patrone endlich gefunden haben.“ Oder: „Von Ihnen will ich nicht vorgelassen werden.“ Aber das ist beides schon so unhöflich, dass man das normalerweise nicht macht.

  4. pinkbuddha schreibt:

    Wow, Sie und Ihre gleich doppelt falsch….

  5. Miss Sophie schreibt:

    Das mit dem Sack und der Patrone gefällt mir ganz prächtig! 🙂

  6. pinkbuddha schreibt:

    Dank Harald Schmidt hab ich jetzt vermutlich bis Ende der Woche einen Ohrwurm von „Ich bin der Martin, ne“….

  7. Miss Sophie schreibt:

    So richtig Ohrwurmqualitäten hat der Song ja eigentlich nicht. So gut wie letzte Woche war’s heute abend aber eigentlich nicht, fand ich. Ud morgen kommt wieder dieser dämliche Scheibenwischer. Denn könnten sie auch komplett absetzen, wenn es nach mir ginge. Jetzt läuft schon wieder der alte Mann mit der Mütze durch das Bild. Zeit für die Heia.

  8. pinkbuddha schreibt:

    Nee, so toll war Harald Schmidt wirklich nicht. Und Bully hat auch genervt, dabei ist der sonst zumindest über kurze Zeit eigentlich immer lustig…

    Wieso haben wir jetzt auf einmal wieder so eine Hitzewelle? Kann es nicht regnen und stürmen?

  9. Miss Sophie schreibt:

    Gestern war es definitiv zu heiß. Ich liebe ja Herbst und auch schöne sonnige Herbsttage, aber es könnte etwas kühler sein. Vielleicht auch etwas windiger. Übrigens habe ich mir gestern auf der Hafa auch ein Hütchen gekauft, damit sehe ich aber etwas freakig aus. Ich brauche aber was, um meine Ohren beim Fahrradfahren warmzuhalten. Also, Leute, falls ihr mit den Suchbegriffen komischer Hut + Frau + Göttingen hier auf die Seite gekommen seid: Ich war’s 😉

  10. pinkbuddha schreibt:

    Ich hab irgendwie moralische Skrupel Mitte September in ärmellosen Shirts rumzulaufen. Leider führt das dazu, dass ich jeden Tag schwitze….

    Ein Hütchen? Was versteht man denn unter einem Hütchen? Wenn man sich die Ohren wärmen will, benutzt man doch ein Mützchen, oder?

  11. Miss Sophie schreibt:

    Mitte September sollte das optimale Wetter für einen schönen dünnen Rollkragenpulli herrschen.

    Wenn man den Hut ein bißchen tiefer in die Stirn zieht, bedeckt er auch meine Ohren. Der Stoff ist eigentlich etwas weicher, oben auf der Rübe sitzt er also wie eine Mütze, aber am unteren Rand ist irgendwas Festes eingenäht, deswegen hat er eine kleine Krempe. Sieht so ein bißchen Twenties-mäßig aus. Vielleicht (!) mache ich demnächst mal ein Foto davon.

  12. Henning schreibt:

    Kühler? Um Gottes Willen! Ist doch super so. Was mich nur nervt, ist dieses ständige Auf und Ab und die Extreme. Anfang August superkalt, im Mai extreme Hitze. Ich glaube, so langsam merken die Leute wenigstens, dass Klimawandel nicht einfach nur heißt, dass es ein bisschen wärmer wird.

  13. pinkbuddha schreibt:

    Apropos Klimawandel: Da kam gestern auf Kabel 1 was über Tornados, das hab ich mir gleich mal genauer angeschaut, damit ich weiß, wo ich Schutz suchen muss, wenn hier bald welche kommen….

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