Die erschütterndste Email meines Lebens

erhielt ich heute um 21:05. Womit kann man mich erschüttern? Nun, verstorbene Verwandte und nicht bestandene Diplomarbeiten können mich nicht so mitnehmen wie das hier:

Sehr geehrte Frau Miss Sophie,

vielen Dank für Ihr Interesse an T-DSL!

Die abschließende technische Prüfung hat ergeben, dass das von Ihnen bestellte T-DSL Produkt für Ihren Anschluss 0551 / ********* leider nicht verfügbar ist. Wir bedauern dies.

Aus diesem Grund haben wir Ihren Auftrag 060908-INTER000****** komplett storniert:

Warenkorb der Bestellung:
—————————————————————-

Bezeichnung: Highspeed-Paket für e-fellows.net Stipendiaten (T-DSL 1000 + Sinus 154 DSL basic 3 + T-OI dsl flat (ab 19.12.05) + ReO)
Bestellmenge: 1
Artikelnummer: 402154********* .

Interessieren Sie sich für weitere T-DSL Produkte aus dem T-Com Shop, klicken Sie bitte hier. http://www.t-com.de/einsteiger

Sollte terrestrisches DSL an Ihrem Standort nicht verfügbar sein, haben Sie die Möglichkeit, T-DSL via Satellit zu nutzen. Ausführliche Informationen und eine Bestellmöglichkeit finden Sie unter http://www.t-com.de/t-dslsat

Aaaaahh! Und woran lag es? Nun, dazu muß ausgeholt werden. Also, erstmal kriege ich einen günstigen Anschluß, weil ich Mitglied bei den e-fellows bin. Da steckt die Telekom hinter, und die möchte anscheinend fähige Leute an sich binden. Keine Ahnung, was die dann mit denen macht? Teuer ins Ausland verkaufen? Egal. Ich kriege also diesen Anschluß + Flatrate und die Kosten (bis auf 5 Euro) monatlich ersetzt. Dazu ist es nötig, auf Rechnung online der T-com umzusteigen. Nun dachte sich die umweltbewußte *hüstel* Miss Sophie jedoch bereits vor ca. zwei Jahren, daß für ihre Quatschereien keine Bäume sterben sollen, also ist sie Bestandskundin. Und für diese gilt das Angebot auch. Steht a) irgendwo um Kleingedruckten und macht b) auch nur so Sinn. Notfalls könnte man die Rechnung online innerhalb von sechs Tagen kündigen und den Spaß von Neuem beginnen. Also, die obere Email erhielt ich um 21:05 heute. Und die Ursache gab’s auch eine Minute eher:

Sehr geehrte Frau Miss Sophie,

vielen Dank für Ihre Bestellung von Rechnung Online.
Beim Ausführen Ihres Auftrages 060908-INTER000******* haben wir festgestellt, dass Sie bereits Rechnung Online nutzen. Aus diesem Grund können wir Ihre Bestellung von Rechnung Online nicht weiter bearbeiten.

Bestellte RechnungOnline-Produkte dieses Auftrags:
—————————————————————-

Bezeichnung: Rechnung Online
Bestellmenge: 1
Artikelnummer: 89700068

Eine Gutschrift über 10 Euro erhalten Sie nur bei erstmaliger Bestellung von Rechnung Online über das Internet.

Wie hohl kann man sein? Ok, es hätte etwas Manpower gebraucht, um hier mal kurz einzuschreiten und zu sagen: „Ne, hat die Gute eben schon, nu laß ma‘ weiter durchlaufen, die Geschichte.“ Nein, stattdessen stornieren die munter drauf los. Und definitiv ist es kein Problem, an dem Anschluß DSL zu legen. Der Auftrag wird ja auch ausgeführt, nur das Paket wurde eben storniert – und damit meine Gutschrift.

Die Geschichte geht natürlich noch weiter, denn die Hotline ist zwar besetzt, aber wohl spärlich, denn ich dümpelte ca. eine halbe Stunde in der Warteschlange rum. Also im Schneidersitz auf den Teppich gesetzt, Telefon auf laut. Als plötzlich Typ in der Leitung ist, aufspringen, ca. 3 Sekunden zum Telefon brauchen – Typ aufgelegt!!! Also wieder angerufen, wieder halbe Stunde drin, nette Frau dran, nette Frau sagt: Gutschrift ist immer noch da, sie kümmert sich drum, sie ruft mich wieder an. Hab mir ihren Namen geben lassen. Und wenn ich am Montag vom Dach springe, wird er das letzte sein, was meine Lippen verläßt.

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17 Antworten zu Die erschütterndste Email meines Lebens

  1. thomas schreibt:

    Solltest du Montag wirklich vom Dach springen, was ich beim genaueren Überlegen recht schade finden würde, solltest du lieber deinen Abschiedsbrief an die Gute adressieren. Ich kann mir gut vorstellen, dass man beim Sprung von Dach vielleicht plötzlich andere Gedanken im Kopf hat und seine Vorsätze ganz vergisst. Vielleicht hat man sich auch in der Höhe und der entsprechenden Fallzeit verschätzt und kommt nicht dazu den Namen zu beenden, kann ja alles passieren. Da ist so ein Abschiedsbrief viel sinnvoller … Aber alles in allem ist das die Telekom nicht wert. Wenn jeder vom Dach springen würde, der sich über die Telekom ärgert, dann hätten wir keine Rentenprobleme mehr.

  2. Miss Sophie schreibt:

    Wenn alle vom Dach springen würden, die sich über die Telekom ärgern, dann könnte man gar nicht mehr auf dem Bürgersteig laufen!!
    Ich schreibe einen Abschiedsbrief und schicke ihn an die Blöd-Zeitung, das ist bestimmt sinnvoller.

  3. TheKaiser schreibt:

    Ich drücke Dir alle verfügbaren Daumen, daß es doch noch klappt. Wäre schade, Dein Blog nicht mehr lesen zu können…

  4. pinkbuddha schreibt:

    Dem Bedauern kann ich mich nur anschließen, falls du beschließen solltest, deinem Leben ein Ende zu bereiten. Denk dran, auf ein sehr hohes Gebäude zu steigen, sonst hast du nur einfach alle Knochen gebrochen oder so’n Mist.

    Grundsätzlich denke ich aber, dass die T-Com wirklich kein Grund zum Selbstmord ist. Eher zum Amoklaufen. Fahr doch mal mit einem Lieferwagen direkt in die Zentrale rein. Wie bei „Der Anschlag“. Musst ja keinen Sprengstoff mitführen. Und kannst früh genug aus dem Wagen rausspringen, sodass dir nichts passiert.

    Diese E-Mails sind wirklich, wirklich unglaublich! Ich bewundere es, dass du da immer noch Kunde bist. Aufrichtig.

  5. Ratilius schreibt:

    @hohes Gebäude – sehr pragmatisch…

    Ich habe selten irgendwelche Beiträge gelesen wie: „oh super toll, es hat einfach geklappt, sie haben mir genau das Paket verkauft, dass ich haben wollte ohne mir unnützen Plunder dazuzubuchen…“

    Mich wundert, dass der Firmenname so viel wert sein soll
    http://www.slogans.de/brands.php?Op=BRanking2

    Auf einer Cocktailparty würde ich mich nicht damit brüsten für den Laden zu arbeiten…

  6. pinkbuddha schreibt:

    Oder wenigstens nur, wenn ich im Vorstand sitzen würde: „Ja, ICH arbeite bei der Telekom. Wir verzapfen nur Mist, aber die Kunden bleiben trotzdem bei uns und so kann ich auch, eigentlich ohne irgendetwas zu tun, mein riesiges Gehalt weiterhin einkassieren. Toller Laden da!“

  7. Annkari schreibt:

    Sehr ärgerlich, das Ganze. Ich drück‘ auch mit die Daumen, dass es letztlich noch klappt — mit dem DSL, nicht mit dem Dach. 😉

    Bei mir haben sie es seit über einem Jahr immer noch nicht geschafft, meinen Geburtsnamen in meinen neuen Nachnahmen zu ändern, obwohl wir ihnen im Laden den Perso gezeigt und nach langer Diskussion sogar die Heiratsurkunde zugefaxt hatten. *seufz*

  8. Miss Sophie schreibt:

    Ach, ich glaub auch, daß das noch klappt. Hab ich im Gefühl. Diese 12 Euro, die ich da im Monat sparen kann, haben mich dazu bewogen, bei der T-com zu bleiben, aber so schlau scheint die Entscheidung nicht unbedingt gewesen zu sein.

  9. Ratilius schreibt:

    Dass Subventionen zu Unfug führen ist ja nicht neu 🙂

  10. Zazie schreibt:

    Hier in Österreich gibt´s die ja auch, die T-coms….
    Mein Sohn arbeitet bei einem Wiener Internet Provider und die haben täglich mit der Telekom zu tun (wg Leitungen legen und so) und die Telekom macht nur Scheiss ! Also das wäre echt zu lang, all diese Stories hier zu schreiben, aber es kann einem echt das Geimpfte aufgehen dabei. (sorry : Wiener Ausdruck)

    Und Sophie : (bzgl : Diese 12 Euro, die ich da im Monat sparen kann, haben mich dazu bewogen, bei der T-com zu bleiben)

    Wie sagt man denn so schön ? Wer billig kauft, kauft teuer *gg*
    Scheint wohl auch auf schnöde I-net-verbindungen zuzutreffen 😦

    LOL- just kidding 🙂

  11. Miss Sophie schreibt:

    „das Geimpfte aufgehen“ – toller Spruch!

    Ja, ja, hier in Hamburg wäre die Alternative ja Hansenet gewesen, bzw. Alice heißt das ja jetzt. Aber eigentlich auch nur in der Innenstadt, weil es in den Außenbezirken mit dem Komplettpaket noch nicht geht. Und in Göttingen auch nicht. Wenn ich mal groß bin und nicht mehr auf Subventionen angewiesen, dann mache ich das vielleicht 😉

  12. pinkbuddha schreibt:

    Den Spruch muss ich mir unbedingt merken, der ist super!

    In der Hörzu wurde sich übrigens recht negativ über die Alice-Werbung geäußert: Frauen würden das nicht kaufen. Mal abgesehen davon, dass ich es von wegen Trennung Azeigen/Redaktion ohnehin kritisch finde, dass die Hörzu da irgendwelche Werbespots auslobt, ist das ja wohl der Gipfel! Auch Frauen verstehen ja wohl Spaß…. Nur der „Medienexperte“ der Hörzu nicht.

  13. Miss Sophie schreibt:

    Die Hörzu ist da manchmal wirklich ein bißchen empfindlich und unterschätzt den Humor von Frauen gerne mal. Ich find die Werbung ja nicht besonders toll, weil nun auch nicht gerade sonderlich intelligent, aber schlimm ist die nun wirklich nicht. Daß Jungs sich bestimmt gerne mal so eine hübsche Frau in so einem leichten Seidenkleidchen angucken, kann man sowieso nicht ändern. Frauen wird in der Werbung ja auch ab und zu mal ein hübscher Anblick geboten.

  14. Ratilius schreibt:

    Zu billig kauft kauft teuer habe ich neulich noch auf einem blog gelesen:
    Wer mit Peanuts bezahlt, wird von Affen bedient. 🙂

  15. henriette schreibt:

    Bloss nicht so schnell aufgeben, bei uns hat die DSL-Installation seinerzeit nur 1 ganzes Jahr gedauert und noch ein halbes drauf, bis wir dann indeed ohne Probleme ins Internet konnten ;). Das wird schon…. BT ist übrigens auch nicht viel besser! Die Hotline ist zwar meistens besetzt, aber man gerät da an Leute mit den unverständlichsten Akzenten des ganzen Königreichs, für Kontinental-Europäer that is. Einen schottisch sprechenden Inder z. B. Da kommt erst Freude auf! Aber nett war er!!! Falls ich das richtig verstanden habe 🙂

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