Die kleinste Großstadt der Welt

Kürzlich erfuhr ich, daß Göttingen eine Großstadt ist. Diese kuriose Zuordnung rührt von einer Definition von 1800-Musterkrug, in der eine Stadt mit mehr als 100.000 Einwohnern vielleicht wirklich groß war.

An diesem Wochenende konnte Göttingen seine Größe mal wieder unter Beweis stellen. Man sagt ja gerne, daß die Welt ein Dorf ist, wenn man an ungewöhnlichen Orten bekannte Gesichter sieht, und daran gemessen dürfte Göttingen noch nicht mal Kleinstadt sein. Beim gestrigen kurzen Einkaufsbummel traf ich erstmal drei Leute, die ich kenne (das sind ca 25 % der Leute, die ich insgesamt in Göttingen kenne…), heute im Theater tauchte plötzlich ein Kollege vom Institut auf. Tatsächlich waren wir dann auch die einzigen, die im Theater waren, so daß mangels Masse die Vorstellung ausfallen mußte. Wir bummelten weiter in ein Irish Pub, wo der recht einladende Biergarten vollkommen unbesetzt war.

Wo sind die Göttinger am Sonntag? Gibt es ein geheimes Ritual, dem sie irgendwo weit außerhalb der Stadtmauern nachgehen? Bleiben sie einfach in stillschweigender Übereinstimmung alle in den heimischen vier Wänden? Oder ist das Universitätsstädtchen tatsächlich nur von Studenten bevölkert, die sich am Sonntag bei Muttern durchfuttern? Vielleicht komme ich diesem dunklen Geheimnis von Göttingen ja noch auf die Spur.

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12 Antworten zu Die kleinste Großstadt der Welt

  1. Dr. T. Le Vision schreibt:

    Das klingt total nach Akte X! Verdammt, Scully, wie wollen Sie das denn logisch erklären?!

  2. Miss Sophie schreibt:

    Hm, am Ende schwebe ich jetzt schon in Gefahr und sollte die Ermittlungen lieber einstellen…

  3. Dr. T. Le Vision schreibt:

    Das bisschen Gefahr ist es doch wert, wenn eines der größten Mysterien der Menschheit aufgeklärt werden will. Ts.

  4. Miss Sophie schreibt:

    O.k., ich bleibe dran. Erste Spuren führen zum Kiessee und zu den Schillerwiesen – den ortsansässigen Naherholungsgebieten.

  5. Dr. T. Le Vision schreibt:

    Ich halte auch die „Futtern bei Muttern“-Theorie für stimmig.

  6. bullion schreibt:

    Ich glaube auch an die „Futtern bei Muttern“-Theorie. Auch andere Uni-„Großstädte“ sehen ohne Studentenvolk aus wie ausgestorben. Allerdings wäre ich auch einer Weiterführung des Mysteryplots nicht abgeneigt… 😉

  7. Miss Sophie schreibt:

    Eigentlich wäre ich auch Anhänger der Theorie, nur am Samstagnachmittag war die Stadt noch total voll. Fast schon überfüllt. Aber vielleicht sind die wirklich nur am Sonntag daheim und nicht gleich das ganze Wochenende.

  8. Ratilius schreibt:

    Erinnert mich an eine Abiaufgabe: An wievielen Tagen musst du mindestens spazieren gehen um mit einer Wahrscheinlichkeit von mindestens 90% mindestens drei Bekannte zu treffen?

    In Erlangen schwindet der Anteil der Bevölkerung, insbesondere in der „werberelevanten“ Gruppe der 21-25 Jährigen , ebenfalls am Wochenende und in den Semesterferien.

    Neben Futter gibt es dort auch Zugang zu einer fortgeschrittene Technologie, die Wäsche wieder weiß machen soll.
    „Any sufficiently advanced technology is indistinguishable from magic.“

  9. Miss Sophie schreibt:

    Wo ich nun eine eigene Waschmaschine besitze und mir selber Happahappa machen kann, fühle ich mich wirklich ziemlich erwachsen an einigen Tagen 😉

    Jedenfalls gefällt mir Göttingen so belebt deutlich besser. Großstadt, Baby! 🙂

  10. goestern schreibt:

    Naja Großstadt… 😉 Gö ist das größte Dorf in der südniedersächsischen Toskana und seine Bewohner, die da immer wohnen, gehen am Sonntag auf die Weide oder in den Wald. Und die Studenten und die andern, die da nur einen kurzen Lebensabschnitt lang bleiben, die sind ja über’s Wochenende immer entweder futtern wie bei Muttern (s.o.) oder fahren in die Stadt (aber 1 richtige dann…).
    Trotzdem gewöhnt man sich dran und mag es irgendwie. 😉

  11. Ralf schreibt:

    Hey, Göttingen IST ein Dorf. Sonntag abend werden die Bürgersteige hochgeklappt und *scharf nachdenk* waren da nicht noch Semesterferien?

    Denn normalerweise ist im Pub abends im Semester grad mal noch ein Stehplatz zu bekommen.

  12. Daniel schreibt:

    Hi,

    Göttingen ist jedenfalls eine schöne Stadt.
    Der Titel ‚Großstadt‘ ist vielleicht etwas übertrieben.

    Wir Göttinger kennen das:
    Göttingen ist eben auch ein Dorf, wir (er)kennen die Leute die wir täglich sehen.

    Ich denke kein Göttinger fühlt sich als ‚Großstädter‘.

    Das ist auch keine geschlossene Gesellschaft, jeder ist eingeladen hier im Süden Niedersachsens mitzumachen 🙂

    Ich LIEBE Göttingen, GÖ-Town, The G.
    Für mich die schönste Stadt der Welt (und ja ich war in Paris).

    Liebe Grüße,

    Daniel

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