Deutschland im Sitzen

Ein sehr niedliches Feature einer eher kleineren Großstadt wie Göttingen ist das vollkommen unbedrohliche Verkehrschaos, das nach siegreichen EM-Spielen ausbrechen kann. Nachdem gestern der Übertragung in der hiesigen Gastronomie beigewohnt wurde, ging es für mich wie immer mit dem Rad nach Hause. Dabei ging’s an einer der drei großen Kreuzungen in Göttingen vorbei, an der vorsichtshalber gleich mal ein paar Kellenschwenker postiert wurden. Nicht unschlau, weil der Verkehrsfluß schon ein bißchen ins Stocken geraten war. Göttingen – ein einziger Autokorso! Auf die dusselige Idee, nach Spielende mit dem Wägelchen von A nach B zu kommen, schien zum Glück sowieso keiner gekommen zu sein. Und so war es überall nur munteres Schwenken und Hupen.

Meine Lieblingsszene? An besagter Kreuzung, vollbesetztes Cabrio, inklusive drei Fahnenschwenkern auf der Rückbank, wie es sich gehört natürlich mehr stehend als sitzend, nähert sich der Kreuzung. Fahnenschwenker zu Kellenschwenker: „Ich liebe Deutschland!“. Kellenschwenker zu Fahnenschwenker: „Das kannst Du auch im Sitzen!“ Also alle mal kurz hinsetzen und Deutschland liebhaben. Dann klappt das auch am Donnerstag.

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3 Antworten zu Deutschland im Sitzen

  1. Dr. T. Le Vision schreibt:

    Ziemlich coole Story! Schlagfertige Polizisten… Aber ich schätze, die sind ohnehin so einiges gewöhnt, da eignet man sich schnell einen trockenen Humor an. 😀

    Schade, dass Italien jetzt doch weiter ist. Hätte mich sehr getröstet, wenn wir zwar gegen Portugal im Viertelfinale ausscheiden, aber die noch nicht mal das Viertelfinale erreicht hätten. 😉

  2. Miss Sophie schreibt:

    Ja, war wie im WM-Finale – man gönnt es den Franzosen wie sonst nichts, aber am Ende gewinnen immer die blöden Italiener. Ich bin zwar auch nicht sooo optimistisch wegen Donnerstag, aber sagen wir trotzdem lieber „falls wir gegen Portugal ausscheiden“ 😉

  3. Ratilius schreibt:

    Ist so ein bisschen wie Kindererziehung: Geduldig, aber bestimmt auf sie einreden bis sie den Forderungen nachkommen.

    Schön, dass du das Gedankenverbrechen der Doktorin sofort korrigiert hast 🙂

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