Spacken der Woche: SUB Göttingen

Die Staats- und Universitätsbibliothek (kurz: SUB) Göttingen hat nicht nur einen tollen Namen, sie hat auch allerlei Preise gewonnen von wegen „Bibliothek des Jahres“ und so. Tatsächlich sieht der ganze Kasten auch nicht so ganz übel aus (von außen und solange man nicht ins Freihandmagazin muß). Auch spätabends brennt sicher noch irgendwo ein Leselämpchen und ein eifriger Student kritzelt und büffelt – eine heilige Stätte von Bildung und Forschung.

Und ein verdammtes Groschengrab! Na gut, ich bin manchmal ein wenig vergeßlich, aber schließlich kann ja auch kein Mensch dauernd parat haben, wann ihm für welches Buch die Stunde geschlagen hat – leihfristmäßig. Also verbummelt man da schon gerne mal was. Die SUB weiß da im Schnitt mehr als man selbst, schließlich ist ja irgendwo in einem ganz großen Computer alles gespeichert, und der Computer könnte theoretisch wissen, daß z.B. morgen ein Buch verlängert werden sollte. Wenn der Computer nett wäre, dann könnte er mir ja eigentlich heute schon eine Email schicken. So im Stil:

„Hallo Miss Sophie, morgen läuft die Leihfrist von Deinem ganz tollen Mathebuch ab. Bring das doch mal vorbei oder drück auf den Verlängerungsknopf. Liebe Grüße, Deine SUB“

Technisch dürfte das nicht so das Problem sein. Meine Emailadresse haben die jedenfalls. Und andere Bibliotheken können das auch. An der fehlenden Emailkompatibilität vom SUB-Computer liegt es auch nicht, denn folgendes klappt ganz prima: Der Computer wartet hübsch eine Woche ab, so lange, bis Mahngebühren fällig sind – und dann kriegt man tatsächlich elektronische Post. Die ist dann leider erstens gar nicht mal so nett formuliert und zweitens darf man dann auch gleich 2 Euro löhnen. Das ist natürlich ganz schön super, denn dann legt man sich immerhin ins Zeug, um nicht die zweite Mahnung mit 5 Euro zu kassieren.

Service ist das irgendwie trotzdem nicht. Und letztendlich verdankt man es wohl vor allem der grenzenlosen Zerstreutheit einer kleinen Mathematikerin, wenn die SUB in diesem Jahr ein Plus macht…

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5 Antworten zu Spacken der Woche: SUB Göttingen

  1. TheKaiser schreibt:

    An der Mainzer Uni klappt das, da wird man per E-Mail drei Tage vor Ablauf der Frist erinnert. Das hat mir schon einige Euros gespart… Falls man dann doch zu spät ist, kommt der Zahlungsbescheid lustigerweise nicht per E-Mail, sondern in einem Briefumschlag.

  2. Miss Sophie schreibt:

    An der TU Harburg war das, glaube ich, auch so. Ich glaube, die SUB in Hamburg macht es wie die SUB in Göttingen, aber da hat es mich irgendwie nicht so aufgeregt…

  3. Ratilius schreibt:

    In Erlangen gibt es auch vor dem Leihfristende eine „Vorankündigung“, dafür kostet die Mahnung dann einen Zehner. Von daher sind zwei Euro doch ein fairer Preis?

    Oder Du schickst Dir per lettermelater.com eine e-mail in die Zukunft, die dich selbst erinnert.

    Voraberinnerung

    Fuer das / die folgende(n) Medium / Medien endet die Leihfrist.
    Wir bitten um rechtzeitige Rueckgabe oder Verlaengerung ueber Ihr Konto im Online-Katalog.

    […]

    Mit freundlichen Gruessen
    Ihre Bibliothek

  4. Miss Sophie schreibt:

    Hmm, das mit lettermelater ist echt mal eine gute Idee. Ich kannte die Seite noch nicht, muß ich zugeben, aber das ist praktisch! 🙂

  5. Pingback: Es geht doch! « Miss Sophies Blog

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