Filmkritik: Wenn Liebe so einfach wäre

Inhalt: Jane (Meryl Streep) ist eine erfolgreiche Frau in den besten Jahren, wie man heutzutage so schön sagt: Sie leitet eine florierende kleine Bäckerei, nennt ein wunderschönes Häuschen samt Anwesen in Santa Barbara ihr eigen und hat drei wohlgeratene, mittlerweile erwachsene Kinder. Seit über zehn Jahren ist sie von ihrem Ex-Mann Jake (Alec Baldwin) geschieden, er hat sie für die deutlich jüngere Agnes (Lake Bell) verlassen. Auch wenn die Zeit der Feindseligkeiten vorbei ist, leidet Jane insgeheim noch immer unter der Trennung und vor allem ihrer Einsamkeit. Doch dann passiert das Unvorhersehbare (na gut, zumindestens wenn man noch keinen Trailer gesehen hat…): Bei einem Familientreffen funkt es plötzlich wieder zwischen Jane und Jake – und die beiden beginnen einen Affäre! Daß Jane nun plötzlich „die andere Frau“ ist und eine Affäre mit einem verheirateten Mann hat, stürzt sie in arge Gewissensnöte, während Jake frohlockt und die Situation sichtlich genießt. Vielleicht gibt es doch noch eine gemeinsame Zukunft für die beiden? Um die Situation noch ein bißchen komplizieter zu machen (vgl. Titel des Films), gibt es auch noch den netten, geschiedenen Architekten Adam (Steve Martin), der für Jane arbeitet und sich in sie verliebt hat. Tja, mein Herzblatt, nun mußt Du Dich entscheiden…

Kritik: Schon seit einiger Zeit hat Hollywood ja die sogenannten „Silver Ager“ für romantische Komödien entdeckt, spätestens seit „Was das Herz begehrt“ dürfte klar sein, daß man auch jenseits der 50 noch Schmetterlinge im Bauch haben und sich reichlich bescheuert benehmen darf. Natürlich gehen auch bei „Wenn Liebe so einfach wäre“ ein paar Lacher auf Kosten des Alters, wobei sich die beiden Hauptdarsteller ohne Scheu selbst auf die Schippe nehmen. Damit wären wir auch schon gleich bei dem Hauptgrund, der den Film so sehenswert macht: Die Chemie zwischen Meryl Streep und Alec Baldwin stimmt einfach! Während Meryl Streep stets die Sympathien des Publikums auf der Seite hat (Wie viele junge Frauen denken sich wohl: „Wenn ich älter werde, möchte ich so sein wie die Meryl?“ Okay, ich selbst wahrscheinlich auch…) suhlt sich Alec Baldwin geradezu in seiner Rolle als angegrauter „Bad Boy“. Schon in dem von mir ja sehr geliebten „30 Rock“ gelingt ihm der Spagat zwischen egoistischem Macho und liebenswertem Knuddelbärchen einfach nur perfekt, weitere Pluspunkte sammelt er noch dadurch, daß er sich anscheinend auch nicht zu schade ist, mal seinen pelzigen Waschbärbauch in die Kamera zu halten. Daumen hoch für Alec Baldwin!

Insbesondere die erste Hälfte des Films bietet mit der entstehenden Situationskomik einfach nur jede Menge Spaß für den Kinobesucher, wobei man ausnahmsweiße auch mal nicht alle witzigen Stellen schon aus dem Trailer kennt. Dabei gelingt es dem Film insbesondere sehr gut, eigentlich recht simple Gags, die in anderen Filmen sogar schnell pubertär gewirkt hätten, dank des gereiften Alters und der Klasse der Hauptdarsteller extrem gut rüberkommen zu lassen (Man stelle sich den Skype-Video-Gag mal in „American Pie“ vor…). Gegen Ende des Films wird es dann ein bißchen ernster, schließlich muß die gute Meryl sich nun langsam mal entscheiden, wo es denn lang gehen soll. Hier muß man kritisch anmerken, daß Steve Martin als bodenständige Alternative zu Alec Baldwin nicht besonders gut rüberkommt. Das fängt bei der etwas langweiligen Charakterisierung an und hört bei der deutschen Synchronstimme auf, die auffallend so klingt als hätte sie ein Problem mit ihren dritten Zähnen. Nachdem das Drehbuch eigentlich zunächst recht forsch-fröhlich ist (hey, es darf sogar gekifft werden!), hätte man sich da für das Ende vielleicht eine etwas knalligere Lösung gewünscht. Dennoch bleiben viele gelungene Gags in Erinnerung, deswegen von mir eine dringende Empfehlung!

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Eine Antwort zu Filmkritik: Wenn Liebe so einfach wäre

  1. Sascha schreibt:

    Schönes Review, Sophie.
    Mir hat der Film auch sehr gut gefallen – vor allem Baldwin war unfassbar gut in diesem Film; fast schon eine Paraderolle.
    Eine wunderbare Komödie die auf jeden Fall noch als Blu Ray in meine Sammlung einziehen wird 😉

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