Miss Sophie hat ein iPhone

Seit Neuestem bin ich stolze Besitzerin eines schicken iPhones – und extrem zufrieden mit meiner Investition. Mittlerweile ist mir aufgefallen, daß ich zwei Jahre zu spät bin, um dadurch wirklich auf einen Schlag cool, hip und trendy geworden zu sein. Aber darum ging’s ja auch nicht. Na gut, jedenfalls nicht primär 😉

Schon nach der ersten Berührung war klar, daß das iPhone und ich Freunde werden. Es liegt schön in der Hand, hat genau das richtige Gewicht und sieht einfach schick aus. Und um gleich den beliebtesten Gag abzuwehren: Ja, man kann mit dem iPhone auch telefonieren! Angeblich ist die Sprachqualität auch ziemlich gut, jedenfalls versteht man mein mobiles Genuschel jetzt wohl besser als sonst. Na gut, dafür hatte ich mir das Gerät aber eigentlich nicht gekauft. Nein, nein, als bekennender Internet-Schwerst-Junkie wollte ich natürlich überall online sein, meine Mails checken und gelegentlich mal im Internet surfen. Die Welt ist ja voller Rätsel, und ich möchte doch so gerne ein paar von ihnen lösen! Auftritt iPhone.

Mit dem integrierten Browser kann man jederzeit online gehen. Wenn man an seinem aktuellen Standort gerade 3G-Empfang hat oder sich sogar an einem Hotspot befindet, geht das sogar ziemlich schnell. Aber für den kleinen Surfgang zwischendurch reicht notfalls auch normales Edge aus. Natürlich ist der Bildschirm ziemlich klein, die Auflösung finde ich aber einfach nur phantastisch. Außerdem kann man alles im Handumdrehen größer zoomen: Einfach Fingerchen zusammenlegen und auseinanderziehen: Der Bildschirminhalt scheint an den Fingern festzukleben und vergrößert sich! Es sind diese vielen kleinen Ideen, die mich zu einer begeisterten iPhonista machen. Die Steuerung ist zum Teil so intuitiv, daß man vollkommen vergißt, daß alles nur auf einem Bildschirm existiert.Bestes Beispiel: Das kleine Kugelspiel „Labyrinth“, bei dem über den Bewegungssensor des iPhones die wahrscheinlich allen bekannte Form von Geduldsspiel simuliert wird, bei der man eine Kugel durch ein Labyrinth bugsieren muß, ohne sie in eines der zahlreich angebrachten Löcher fallen zu lassen. Ich gebe zu, daß ich mich locker mal eine Minute einfach darüber freuen kann, daß das „Gameplay“ derart täuschend echt ist, daß man fast das Gefühl hat, das Holz zu riechen, während man eigentlich nur Elektronik in der Hand hält und auf einen Bildschirm starrt. Auch andere Spielchen setzen die speziellen Möglichkeiten des iPhones sehr gut um.

Überhaupt: Spielchen! Oder, etwas allgemeiner: Apps! Denn wie Apple so schön sagt: Es gibt für alles eine App. Für die Einkaufsliste, zum Trainieren des Gehirns (hey, ich nutze schon 54% meines Gehirns und der Pfeil geht nach oben!), zum Eierkochen, You-Tube-Videos-Gucken, Bahn- und Busfahrplan abrufen, Wasserwaage, Twitter, Facebook… You name it, there’s an App for it! Besonders die grenzdebilen Apps haben es mir angetan: Das supersimple Hüpfspiel „Doodle Jump“ ist für 79 Cent uneingeschränkt zu empfehlen. Für den gleichen Preis gibt es auch eine meiner Lieblingsapps: „Sleep Cycle“. Dazu legt man das iPhone während der Nacht neben sein Kopfkissen auf die Matratze (sicherheitshalber im Flugzeugmode, von wegen Strahlung und so…) und der Bewegungsmelder registriert die Matratzenbewegungen. Daraus schließt das schlaue Gerät, wann Miss Sophie träumt und leicht schläft und wann sie gaaaanz tief schnurchelt. Man kann auch noch eine Weckzeit einstellen, dann behält die App sich vor, einen innerhalb einer halben Stunde vor diesem Zeitpunkt zu wecken – ausgewählt nach einer Leichtschlafphase, so daß man erfrischt erwacht. Klingt bescheuert? Ist es auch – macht aber trotzdem Spaß. Hier mal ein Miss-Sophie-typischer Sleep Cycle:

Seinen Platz an meiner Seite hat es sich nicht zuletzt durch seine Fähigkeiten als Reisebegleiter gesichert. So ging es in der letzten Woche beruflich nach Leipzig, wo ich vorher noch nie war, mich also nicht auskannte. Nun war ich nur in der Innenstadt unterwegs und die ist eigentlich nicht sooo unübersichtlich – aber trotzdem: Die Kartenfunktion kam einige Male zum Einsatz und als meinem Kollegen und mir spontan nach Sushi war, lotste uns das Qype-Radar gekonnt zur ersten Sushi-Bar am Platze – yummieh, war das lecker! 🙂 Und natürlich haben wir uns schlaugemacht: Nachdem wir gerade so das Gewandhaus als solches erkannten, waren wir mit unserem Latein auch schon am Ende: Wann wurde das denn gebaut? Was soll das komische Bild da an der Decke? Und das Gebäude auf der gegenüberliegenden Seite vom Platz? Moment, was ist das überhaupt für ein Platz??? Die feine App „around me“ bietet die Umkreissuche an, die Wikipedia-Artikel zu Einträgen aus der unmittelbaren Umgebung anzeigt. Also die Lösung: 1981, das größte Deckengemälde Europas, die Oper, der Augustusplatz – im Handumdrehen!

Fazit: Ich habe einen neuen kleinen Freund gefunden, der mich vor allem unterwegs immer bei Laune hält und mir treue Dienste leistet: Ob Filme gucken auf der Zugfahrt oder nur schnell ein Knobelspielchen in der Supermarktschlange – von den Möglichkeiten bin ich total begeistert. Da ich nicht so der SMSer bin, aber begeisterter Mailer und Social-Network-Nutzer, freut es mich außerdem, daß ich auch da unterwegs besser auf dem Laufenden bin und halten kann. Das ist auf jeden Fall eine neue Liebe, die bis ans Ende des Akkus halten wird! 🙂

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Der Mensch freut sich abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort zu Miss Sophie hat ein iPhone

  1. bullion schreibt:

    Klingt wirklich toll! Ich war auch hin- und hergerissen, habe mich dann aber letztendlich gegen das iPhone entschieden, da ich nicht an iTunes gebunden sein wollte und mir die ganze Sache „nur“ für Surfen und Spielen auch zu teuer war. Ich habe mir deshalb ein Pendant von Nokia geholt, das weit weniger schick ist und für das es auch leider kaum gescheite Apps gibt, doch dafür komme ich nun mobil ins Netz, kann Emails checken usw.

    Wenn ich deinen Bericht so lese, dann würde ich am liebsten doch upgraden, doch wenn ich ehrlich bin nutze ich die ganze mobilen Angebot weit weniger intensiv, als ich es davor gedacht hätte… hauptsächlich Mail, schnell mal was im Netz nachschauen oder mal bei Facebook rein. Ist auf jeden Fall erstaunlich, was technisch alles so möglich ist! Wenn mir das jemand erzählt hätte, als ich noch mit 28.8kbit durchs stationäre Netz gesurft bin… 😉

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s