Filmkritik: Toy Story 3

Inhalt: Auch wenn Woody, Buzz & Co es sich noch so sehr gewünscht haben: Sie konnten die Zeit nicht anhalten und so ist nun der Tag gekommen, an dem ihr Besitzer Andy erwachsen geworden ist und aufs College geht. Vor seinem Auszug aus dem Elternhaus steht noch eine Entrümpelungsaktion im Kinderzimmer auf dem Programm und das Spielzeug bereitet sich schon auf den „Dachboden-Modus“ vor. Doch durch ein paar Verwechslungen kommt es anders und alle Mann landen im Kindergarten „Sunnyside“. Zuerst sieht das aus wie ein wahres Paradies: Dauernd neue Kinder, die ganz heiß darauf sind, mit dem Spielzeug zu spielen und Abenteuer zu erleben. Doch das Regiment in der KiTa unter dem zunächst freundlich wirkenden Knuddelbären Lotso ist knallhart und so finden sich unsere Freunde bei den jüngsten Kindern wieder, die einfach gnadenlos sind – und es gibt scheinbar kein Entrinnen aus dem Hochsicherheitsgefängnis Kindergarten! Eine spannende Ausbruchsaktion unter Leitung von Woody beginnt…

Kritik: Obwohl es immer wieder schön ist, ins Kino zu gehen, gibt es wenig Filme, auf die ich mich noch richtig, fast schon kindisch, freue. Die neuesten Werke von Pixar gehören aber immer dazu und da ich schon die beiden ersten Teile der Spielzeuggeschichte liebe, war die Vorfreude jetzt ganz besonders groß.

Um es gleich vorweg zu nehmen: Vom dritten Teil bin ich absolut begeistert! 🙂 Gleich zu Beginn freut man sich, wenn man die Charaktere aus den ersten beiden Teilen wiedersieht, mittlerweile natürlich noch besser animiert und auch in 3D (doch dazu später mehr). „Charaktere“ trifft es hier wirklich gut, denn nur in wenigen Filmen (sowohl animiert als auch real) ist es meines Erachtens so gut gelungen, einzelnen Figuren einen so eindeutigen und gleichzeitig liebenswerten Charakter zu verleihen wie in den Toy-Story-Filmen. Und das, obwohl es sich ja eigentlich nur um Spielzeug handelt… Einfach herzzerreißend, wie sehr Woody auf die Treue zu „seinem“ Andy besteht und gleichzeitig immer wieder am Unglauben seiner Kameraden verzweifelt. Oder der gewohnt coole, aber herzensgute Buzz Lightyear, der lustigerweise im dritten Teil gleich mehreren „Gehirnwäschen“ unterzogen wird (Stichwort: Demo-Modus). Das draufgängerische Cowgirl Jessie, der panische Saurier Rex, alle diese Figuren hat man einfach ins Herz geschlossen.

Natürlich ist der Film weit mehr als einfach nur ein Wiedersehen mit alten Bekannten, er führt auch viele neue Figuren ein, wobei stärker als in den anderen beiden Teilen klar wird, daß es auch dunkle Kräfte im Spielzeugreich gibt, was wiederum durch eine stimmige Hintergrundgeschichte (um den Bären Lotso) motiviert wird. Neben den neuen Figuren, die natürlich auch für zahlreiche Gags sorgen (wobei schon mal viele auf die Kosten von Ken gehen…) gibt es auch noch eine recht stringent erzählte Geschichte um die Unterdrückung des neuen Spielzeugs und den damit nötigen Ausbruch aus der Kindergartenhölle. Hier gibt es zahlreiche Anspielungen auf Action-, Aus- und Einbruchsfilme, so daß spätestens hier auch die erwachsenen Zuschauer voll auf ihre Kosten kommen. Der Höhepunkt der Ausbruchsstory ist dabei richtig spannend geraten, sogar als eigentlich abgeklärter Kinofan krallt man die Fingerchen in den Sitz, weil es wirklich so aussieht, als hätte für Woody & Co das letzte Stündlein geschlagen. Übrigens sind diese Szenen wahrscheinlich deutlich zu aufregend für kleinere Kinder.

Natürlich will ich jetzt nicht zu viel vom Finale vorwegnehmen. Wenn ich aber verrate, daß ich ein bißchen weinen mußte, wird das ja auch niemanden überraschen 😉 Trotzdem, so wunderbar herzergreifend kann eben wahrscheinlich einfach nur Pixar sein. Und irgendwie ist es einfach schön zu wissen, daß es unseren Helden am Ende dieser Trilogie gut geht. *seufz*

Kurzum: Diesen Film muß man einfach sehen! Es gibt insgesamt nur einen Punkt, den man leicht bemängeln könnte: Das ist die deutsche Synchro, insbesondere die von Woody, der von Bully Herbig gesprochen wird. Nicht nur, daß sich diese recht deutlich von der in den ersten beiden Teilen (Peer Augustinski) unterscheidet, es gibt leider in diesem ansonsten wunderbaren Film ein bis zwei Momente, in denen ich kurz dachte: „Äh, was macht Bully da jetzt in dem Film?“ Will heißen, es ist evtl. nicht immer eine gute Idee, möglichst prominente Sprecher zu verpflichten.

Ach so, noch kurz was zu 3D: Das war meine erste Kino-3D-Erfahrung und ich war recht beeindruckt, was da so geht! Nachdem ich mir natürlich aus Versehen erst eine Kinderbrille gegrabscht hatte und noch eine peinliche Umtauschaktion starten mußte, und es außerdem geschafft hatte, zwei Brillen übereinander zu installieren (Alter, ich bezahle ja nicht 13,50 Euro, um am Ende alles unscharf zu sehen!), was bei kurzen Nasen echt schwierig ist, hatte ich schon bald vergessen, daß meine alten Augen sich einfach nur billig austricksen lassen. Die 3D-Effekte in Toy Story sind nur sehr gemäßigt, was ich allerdings positiv fand. Die rumspritzenden Wassertropfen, die es scheinbar bis in die Sitzreihe vor uns schafften, hatte ich zum Glück schon in der Warsteiner-Werbung erlebt. Insgesamt schon eine tolle Technik, obwohl ich mir deswegen nicht unbedingt einen total blöden Film anschaue, der nur mit den Effekten punkten kann (und daß das die Zielrichtung ist, wurde durch die Filmvorschauen leider recht deutlich). Trotzdem würde ich die paar Euro mehr für die 3D-Version bereitwillig wieder ausgeben, schon eine sehr interessante Erfahrung.

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4 Antworten zu Filmkritik: Toy Story 3

  1. Inishmore schreibt:

    Habe ich also nicht zuviel versprochen. Wenn der auf der Blu-ray rauskommt, landet der sofort in meiner Sammlung.

    Klar, wenn du noch keinen 3D-Film gesehen hast, ist es ein Erlebnis. Mittlerweile finde ich aber, dass sich der Effekt abgenutzt hat und meistens nur dazu dient, höhere Eintrittspreise verlangen zu können.

  2. Miss Sophie schreibt:

    Das mit der Abnutzung kann ich gut verstehen, fand ich eigentlich schon während dieses einen Filmes spürbar. Ist auch irgendwie klar, man kann ja nicht 120 Minuten rumsitzen und die ganze Zeit denken: „Uijuijui, krass 3D!“. Und die Vorschaun für andere 3D-Filme fand ich echt grottig, Tiefpunkt war eine Herr-der-Ringe-Version mit superhäßlichen Eulen in allen Rollen. Bin froh, daß ich von den Monsterviechern nicht geträumt habe…

  3. bullion schreibt:

    Oh wie schön! Meine Vorfreude hat sich gerade verdoppelt. Werde aber auf die Blu-ray warten und dann auch ohne 3D viel Spaß mit den Toys haben. Davor schaue ich mir vielleicht noch einmal die beiden Vorgänger an… mal sehen.

    Zu 3D: Was? Gar nicht „Avatar“ in 3D gesehen? War auch toll! 🙂

  4. Miss Sophie schreibt:

    Nee, das war echt meine erste 3D-Erfahrung. Bei Avatar hatte mich die Geschichte überhaupt nicht gereizt und außerdem habe ich was gegen Überlänge. Ich denke auch, so eine regelmäßige 3D-Gängerin werde ich nicht, ist schließlich schon ein Haufen Geld, den das Ticket kostet, und inhaltlich sind eben fast alle Filme so, daß ich ebenfalls sagen würde, das reicht, die im Fernsehen zu gucken.

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