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Schweden – Fazit

So, seit Sonntagabend bin ich wieder in Tyskland. Tut mir leid, daß die Live-Berichterstattung dann doch eingeschlafen ist, hier nun also das Fazit zum Urlaub:

Schweden ist super!

Dem gibt das eigentlich nichts hinzuzufügen, höchstens kann man noch etwas ins Detail gehen.

  • Die Landschaft rund um den Göta-Kanal fand ich toll und auch recht abwechslungsreich. Vor allem gibt es die beiden großen Seen Vänern und Vättern, dann aber auch noch unzählige kleinere Seen, Richtung Westen z.T. auch etwas gebirgiger, ansonsten eher platt. An den Küsten dann die typischen Schären, d.h. kleine Felseninseln wie man sie aus dem Fernsehen kennt („Ferien auf Saltkrokan“ habe ich als Kind supergerne gesehen!)
  • Die komplette Tour auf dem Göta-Kanal von Göteborg nach Stockholm oder umgekehrt müßte ich, ehrlichgesagt, nicht machen. Das ist schon seeeehr langsam, jede Schleuse kostet ja ewig Zeit. Aber wer nicht nur gerne einen Gang zurückschaltet im Urlaub, sondern wirklich komplett alle Gänge rausnimmt, der wäre damit sicher gut bedient. Uns hat die eine Tagestour, die in unserer Route vorgesehen war, als Eindruck genügt.
  • Die Menschen in Schweden waren extrem nett und sehr entspannt. Hat man unter anderem im Straßenverkehr gemerkt, aber auch einfach so auf der Straße. Sie sind freundlich, aber nicht aufdringlich, genau so, wie ich das mag. :-) Fast überall kommt man übrigens mit Englisch sehr gut weiter, wobei ich natürlich ab und zu, wo es sich anbot, auf Schwedisch parliert habe. Leider kenne ich noch viel zu wenige Vokabeln, um das standardmäßig zu betreiben. Aber ich konnte z.B. alle Zahlen auf Schwedisch verstehen. Überhaupt scheint das Verstehen der Sprache, wenn man die Aussprache und die Vokabeln kennt, nicht so das Problem zu sein, weil im Schwedischen häufig langgezogene Silben vorkommen (in bißchen wie im Schwytzerdütsch) und der Schwede dadurch nicht so schnell spricht oder nuschelt. Hat mich also ermuntert, meinen Schwedisch-Kurs, falls möglich, fortzusetzen.
  • Stockholm und Göteborg haben wir wahnsinnig gut gefallen. Haben mich beide an Hamburg erinnert, nur mit noch ein bißchen mehr Wasser. Schöne, sehr gepflegte Häuser, gut belebte Innenstädte, und vor allem ganz, ganz viel Grün.
  • Zu guter Letzt ist Schweden für mich genau die richtige Mischung aus „Anderswo“ und „Zuhause“. ;-) Soll heißen: Natürlich merkt man, daß man nicht in Deutschland ist, aber andererseits ist es auch nicht vollkommen anders. Wenn an einem Laden die Öffnungszeiten draußen dranstehen, dann ist auch zu denen geöffnet. Der Schwede hält sich auch gerne an Verkehrsregeln und so. Sogar an die Geschwindigkeitsbegrenzungen, wobei netterweise auf alle Blitzer ein paar hundert Meter vorher mit einem Riesenschild hingewiesen wird. Und ich kann überall mit meiner VISA bezahlen (in Schweden übrigens immer bitte selber durchziehen und sagen,wenn man keine PIN braucht!) Und, da bin ich deutsch, da darf ich’s sein, da steh ich eben drauf im Urlaub.

Und, wie sagt der Schwede so schön: „Välkommen åter“, also darf ich noch mal hin ;-)

Göta-Kanal

So, heute stand Radtour auf dem Programm. Obwohl es kräftig stürmte, haben meine Mama und ich also den Göta-Kanal unsicher gemacht. 40 km hin und zurück, finde mich recht sportlich und bin nun sogar ein bißchen kaputt…

Der Göta-Kanal ist ja mal ein krasses Ding, da ist so ein alter Schwede einfach mal auf die Idee gekommen, einen Kanal quer durchs Land zu buddeln. Weil, mit Eisenbahn und Lastern war damals noch nicht so. Da es in Schweden leider dauernd rauf und runter geht, mußten massenhaft Schleusen gebaut werden, 58 um genau zu sein. Im Hinblick darauf, daß es bald die Eisenbahn und irgendwann später mal Laster geben sollte, eine eher bescheidene Idee… Aber Hut ab vor den Schweden, die erkannten schon mordsmäßig früh, sogar bevor es Inga Lindström gab, daß die Touris richtig auf diese Kanal-Sache abfahren würden. Und so sollte es sein, es gibt massenhaft Freizeitbötchen oder auch historische Dampfschiffe, die den Kanal befahren. Auch der Fahrradverleih scheint zu florieren, denn am Ufer des Kanals läßt es sich sehr gemütlich radeln.

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Elchtest

So, Elchtest hat der Skoda bestanden, er hat alle verscheucht. Tja, leider keine Elchsichtung in freier Natur. Aber einen ausgestopften im Museum. Und man konnte sogar mit Elchfell kuscheln und sich näher über den König des Waldes informieren. Der Schwede sieht die Elchjagd ganz unverkrampft, schließlich geht ja auch König Carl Gustav ihr gerne nach und man durfte sogar selbst eine (Laser-)Wumme in die Hand nehmen.

In der Nähe gab es ein paar richtig schöne kleinere Wasserfälle. Wasserfälle sind super! Hier mal ein hübsches Bildchen von heute morgen:

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Leider haben wir in Trollhättan den Wasserfall verpaßt… Da werden nämlich täglich um 15 Uhr die Schleusen aufgerissen und das Wasser rauscht wie blöd plötzlich runter. Zur Freude von Vattenfall (und das ist natürlich das schwedische Wort für „Wasserfall“), denn die gewinnen dadurch Strom. Am „Fallens Dagar“ wird aus diesem Schauspiel dann auch einfach mal ein Volksfest. So ist der Schwede, feiert gern und trinkt dabei wohl auch immer ein büschen…

Hej hej!

Tja, leider wußte ich noch nicht mal, was genau „Hallo AUS Schweden“ heißt. „ut Sverige“, „från Sverige“? Da hat der Schwedischkurs ja mal echt was genutzt. :-(

Aber man weiß ja, worum’s geht. Heute bin ich in Göteborg gelandet und die nächsten neun Tage wird mit einem untermotorisierten Skoda Fabia durchs Land getuckert. Immer schön entlang des Götakanals. Leider hat es heute geregnet, aber Slott Gunnebo war trotzdem schön. Der Riesenstau rund um Göteborg dann nicht mehr ganz so, leider… Nun wird erstmal die erste Nacht in Schweden genossen und morgen gibt es dann frukost. Immerhin einen Kaffee und einen Tee konnte ich meiner Mama und mir heute auch schon auf Landessprache bestellen. Ha, hat sich also doch gelohnt! Morgen geht es dann hoffentlich Elche gucken auf dem Elchberg.

Många Hälsningar (oder so…)

Heute habe ich festgestellt, daß ich wie meine Mutter werde. Zumindestens in manchen Sachen. Leider nicht in Bezug auf die Freude am Fensterputzen…

Also, spulen wir kurz zurück, ich komme vom Büro nach Hause. Der Miss Sophie-Hintern freut sich auf sein Sofa und der Miss Sophie-Polo freut sich auf die Tiefgarage. Jawohl, in meinem leicht assigen Wohnviertel leiste ich mir den Luxus einer kuschligen, abgeschlossenen Tiefgarage, wo der Polo jeden Abend in Frieden rasten kann. Die Einfahrt macht immer einen Mordsspaß, ich habe so ein kleines Kästelchen im Auto liegen, drücke auf ein Knöpfchen, und schon fängt eine fette Signalleuchte am Garagentor an, aufgeregt zu blinken, es fährt hoch und es geht los.

Heute machte die Einfahrt keinen Spaß, denn ein doofes Auto stand mitten in der Einfahrt. Der erste Gedanke war: „Oh gott oh gott, der Polo nachts allein hier auf den Straßen.“ Der zweite war: „Hey, ich zahle 10 Euro im Monat für die Mistgarage, also komme ich da auch rein!“Also zirkelte ich mich irgendwie an dem doofen Auto vorbei und frickelte mich gerade so eben in die Einfahrt. Schweißperlen auf der Stirn, Zirkeln im weiteren Sinne des Wortes ist nicht so meine Stärke.

Nun kommt meine Mama ins Spiel. In solchen Momenten regt sie sich genau so gerne auf wie ich. „Wie bescheuert können Leute denn sein? So klein ist die Einfahrt ja nun auch nicht, daß man sie nicht sieht! Und es gab zehntausend andere freie Parkplätze rundherum!“ Und wie sagt sie immer so schön: „Ich mache aus meinem Herzen eben keine Mördergrube.“ Haha, das kleine Anti-Mördergruben-Gen ist heute bei mir volljährig geworden. Also fand ich schnell einen kleinen Zettel und dicken roten Filzer und gratulierte zu dem schönen Parkplatz (genauen Wortlaut gebe ich mal nicht wieder… Andere Leute können ja vielleicht auch googeln und holen ihre Brüder… Es blieb natürlich alles im gesitteten Bereich – ich bin eine Lady!). Zu meiner Verteidigung möchte ich noch sagen, daß ich vor dem Unterklemmen an die Scheibenwischer überprüfte, ob der Halter vielleicht gerade in unmittelbarer Nähe war und / oder irgendetwas auf einen Unfall, technischen Defekt, medizinischen Notfall oder Entführung durch Außerirdische hindeutete. Nichts.

Tja, nun geht’s mir besser.  Bis zum Blockwart und zum Rentner, der Falschparker aufschreibt und beim Ordnungsamt meldet, ist es freilich nur noch ein kleiner Schritt. Andererseits scheint es sich im Alter nicht zu verschlimmern, evtl. sogar eher zu mildern. Ich hoffe das Beste!

Seit letzter Woche habe ich ein neues Hobby, dem ich gelegentlich im REAL nachgehe: Ich bediene mich gerne mal selbst, höhö. Natürlich heißt das nicht, daß ich an der Kasse das Zahlen vergesse! Aber ich kann jetzt selbst kassieren, jawoll!

Als neulich mal wieder alle Kassen besetzt waren, stach mir ganz in der hintersten Ecke der Kassenreihe ein mysteriöser „SB-Kassen“-Bereich ins Auge. Das wurde gleich mal ausgecheckt. Es gab vier Stationen und alle waren ganz prächtig ausgerüstet mit allerlei Einwurfschlitzen, einem Barcodescanner, Touchscreen und nebenan so eine Art Bänkchen mit allerlei Plastiktüten. Sah spannend aus, also ging’s gleich los!

Als erstes wollte mal ein Leergutbon geschluckt werden und ich verfluchte mich mal wieder, daß ich natürlich wie so oft gleich beim ersten Versuch irgendwelche Sonderwünsche und -probleme hatte. Bon scannen ging super, nun mußte er nur noch irgendwo eingeworfen werden, damit man nicht morgen gleich noch mal auf die super Idee kommt. Das war schon knifflig, weil der doofe kleine Bon sich natürlich in dem Schlitz verkeilte und nachgeschubst werden mußte. „Bitte werfen Sie den Bon ein“ tönte es derweilen unentwegt aus Richtung Touchscreen. Es wurde stressig, aber nun war das Ding ja schon mal eingescannt (gesammeltes Büroleergut im Wert von 2.50 Euro, das läßt man sich nicht einfach so durch die Lappen gehen) und irgendwann verschwand der Bon vollständig und es konnte weitergehen. Also, Ware für Ware aus dem Körbchen nehmen und über den Scanner. Geht superleicht und macht voll Spaß! Vom System gab es einen anerkennenden Piepser und eine freundliche Stimme sagt noch einmal (für Blinde???) den Preis an. Rein intuitiv legte ich alles, was gescannt wurde, dann erstmal auf das Bänkchen neben die Kasse. Irgendwann wurde es da aber zu voll und ich beschloss, schon mal in meine mitgebrachte Tüte auf dem Boden einzusortieren.

Oha, ganz falscher Fehler! „Sie haben Ware vom SB-Bereich entfernt. Legen Sie die Ware bitte zurück!“ Ohweia, Big-REAL-Brother is watching me! Ich brauchte natürlich länger um zu peilen, was los war, also fehlte sicherlich nicht viel, und die roten Lampen hätten über mir angefangen zu blinken, Sirenen wären losgegangen und ein Dutzend Sicherheitsleute hätte sich auf mich gestürzt. Irgendwann peilte ich dann, daß die „Sitzpolster“ auf der Bank wohl irgendwie ganz krasse Sensoreigenschaften hatten oder so. Also alles wieder zurück aufs Bänkchen und die letzten Teile noch gescannt. Kurz umgeguckt – alles ruhig, fein! So, fehlte nur noch das Bezahlen, um das wohl auch hier kein Weg drumrumführte (Wo sie schon mit dem Bänkchen so Streß gemacht hatten…). Von den gefühlten tausend Bezahlmöglichkeiten entschied ich mich dann für Zahlung per EC-Karte, was auch super klappte. Und war stolz wie Bolle, ein bißchen wie früher im Kaufmannsladen oder in der Kinderpost. Außerdem wurde ich ausnahmsweise mal nicht nach dieser total behinderten Payback-Karte gefragt! Ha, alleine dafür lohnte es sich schon.

Erst beim Rausgehen fiel mir dann auf, daß die vier Stationen unter der argusäugigen Bewachung einer extra dafür abgestellten REAL-Mitarbeiterin standen (bestimmt ganz spannender Job…). Angeblich, nur um zu gewährleisten, daß kein Alkohol von Jugendlichen oder so gekauft wird. Ja, ja. Muß bestimmt witzig ausgesehen haben, wie ich vor ein paar Minuten erst mit einer Scheckkarte im Leergutbonschlitz rumgestochert und etwas später panisch Ware zurück aufs Bänkchen geschaufelt habe. Ließ sich aber nichts anmerken.

Fazit: Für die Spielkinder und Wenigkäufer unter uns ein kostenloser Spaß. Und ansonsten find ich REAL-Märkte ja nicht besonderes freudvoll, muß ich zugeben… Also mal ausprobieren, zumindestens falls man keinen Niko Clausen in der Nähe hat ;-)

Endlich – Bilder!

Wie bereits versprochen, gibt es nun endlich auch ein paar Bilder von meiner kleinen Reise in die Staaten. Viele von ihnen wurden übrigens von meinem fotobegeisterten Kollegen aufgenommen.

Auf dem CSU-CampusAuf dem Campus der Colorado State University (CSU) in Fort Collins. Ein nagelneues Informatikgebäude.
Fort Collins bei Nacht
Fort Collins bei Nacht
Drive-In-Grünanlage
Wie praktisch, eine Drive-In-Grünanlage!
Vor dem Starbucks in Downtown Fort Collins
Ich find’s super wenn ich etwas trinken kann, was ich kenne. 8000 km von zu Hause entfernt.
Rockies I
Nun aber das Highlight – die Wanderung in den Rocky Mountains!
Rockies II

Rockies III

Rockies IV
Ein Streifen-Squirrel
Ein Streifen-Hörnchen, wie süüüüß!

Badespaß in Denver, Colorado
In Denver war es leider viel zu heiß. Aber nicht jeder sucht sich seine Abkühlung gerne im Fluß…
Altes Haus in Denver, ColoradoDie Stadt hat einen gewissen morbiden Charme.

So, endlich wieder zurück in good old Germany!

Nach einer Woche in Fort Collins und noch einem Tag in Colorados Hauptstadt Denver bin ich nun wieder im beschaulichen Göttingen angekommen. Und beschaulich scheint es hier nun im Vergleich in der Tat. Aber zunächst mal ein paar ungeordnete Eindrücke:

  1. Die Ausreise lief super unproblematisch. Anscheinend sind die auch einfach nur froh, wenn sie Mathematiker wieder aus ihrem Land rauskatapultieren können und ihre Ruhe haben. Fein!
  2. Endlich wieder dichtschließende Klotüren! Keine Ahnung, was das soll, aber in Amerika bleibt bei jeder öffentlichen Klotür immer ein ca 0.5 cm breiter Spalt offen, was zunächst doch arg befremdet. Immerhin sieht man so schon, was vor dem Klo gerade los ist und wenn es einen draußen nun ganz arg interessieren würde, was drinnen so vor sich geht, könnte er das auf jeden Fall rauskriegen. Seltsam.
  3. Endlich wieder unfreundliche Menschen, mit denen man nicht reden muß! Die deutsche Paßkontrolle – einfach nur herrlich. Keine Begrüßung, mürrischer Blick auf Paß und Visage, genervtes Weiterwinken. Kein einziges Wort! Kein „How are you today?“, „What brought you to Fort Collins?“ „How was your morning so far?“ (Wie soll er vor dem ersten Kaffee schon gewesen sein, Du Starbucks-Fuzzi?) Da ich ausgerechnet diese nervigen Floskeln im schönsten Verkäufer-Englisch auch nie verstanden habe und Nachfragen peinlich wurde, habe ich mir irgendwann angewöhnt, in Gesprächen so lange zu schweigen, bis wichtige und erwartete Informationen offensichtlich kundgetan wurden. Im Wesentlichen war das dann der Preis von irgendwas. Ansonsten einfach immer „Thank you!“ und lächeln. Englisch ist einfach.
  4. Mein absolut bester Amerika-Moment, den ich einfach nur super fand, weil er alles in diesem Land auf einen Punkt zu bringen scheint (Begeisterungsfähigkeit, Offenheit und eine manchmal gewöhnungsbedürftige Einschätzung dessen, was „crazy“ ist): Am Donnerstag gegen 17 Uhr Ortszeit (Mitternacht deutscher Zeit) gehe ich aus Downtown Fort Collins mit meinem Kollegen zurück zu meinem Hotel. Wir überqueren einen Zebrastreifen, uns kommen dabei zwei junge Mädels entgegen, die offensichtlich gerade was auf ihr iPhone reingekriegt haben. Sie sind so aus dem Häuschen, daß sie einfach mal zwei Wildfremde, in diesem Fall also uns, mitten auf dem Zebrastreifen anquieken: „Michael Jackson died! Isn’t that crazy?“ It’s crazy indeed, my dear Americans!

Trotzdem, mir hat dieser Aufenthalt sehr, sehr gut gefallen. Vieles ist wie in Deutschland, aber irgendwie doch ganz anders. Man muß vielleicht echt mal da gewesen sein. Demnächst dann hoffentlich noch etwas mehr – und vielleicht ja auch Fotos! :-)

Live aus Colorado

So, nach einem ziemlich langem Flug, auf dem es aber reichlich coole Berieselungsmöglichkeiten gab (endlich mal eine Folge von „30 Rock“ gesehen und „Er steht einfach nicht auf Dich“ (<- doof, aber lustig!)), ging es ohne größere Probleme in das Land der unbegrenzten totalen Überwachung.

Also Fingerchen auf das Scan-Feld und Brille ab für das Fahndungsfoto („just in case…“). Am meisten Probleme gab es eigentlich in Deutschland. Da waren die ganz schön scharf drauf beim Filzen nach dem Check-In. Also alles auf das Förderband, und da mein Rucksack gerade offen war und die fette Digital-Spiegelreflex rauslugte, fragte der Polizist mal eben: „Haben Sie eine Kamera da drin?“ „Äh, ich? Ja, schon (scheiße, ist das jetzt verboten?)“. „Dann kommen Sie mal bitte mit.“ („Scheiße, es ist verboten!!!“). Mein Kollege, der auch mitgeflogen ist, meinte noch: „Ich hab aber auch eine“. Der Polizist zuckt mit den Schulter, „Stichprobe“. Tja, kann nicht jeder in der Lotterie gewinnen, sag ich ja immer.

Also ging es in ein abgetrenntes Kabuff, immerhin mit Glasscheiben. Dort wurde mit einem Papierstreifen die Kamera abgewischt (dann noch die Frage: „Gute Bilder?“, die mich total aus dem Konzept brachte. Irgendwie eine Fangfrage?) und das dann auf so einen Scanner gelegt. Dazu möchte ich gerne darauf hinweisen, daß es mich schon ein bißchen beruhigt hätte, wenn ich gewußt hätte, auf was da eigentlich getestet wurde. Ich weiß es bis heute nicht! (vermute aber, Sprengstoff). Da der Test dann negativ war, wurde noch mein Block abgewischt. (Anmerkung des Polizisten: „Der ist ja ganz leer“ („Oh Gott, dabei ist es doch verboten, leere Blöcke mit an Bord eines Flugzeugs zu nehmen! Meine Lage kam mir immer aussichtsloser vor. Zumal ich mich in Widersprüche verstrickte: „Oh, da muß ich die Seiten wohl rausgerissen haben… Ich hab den schon benutzt.“) Am Ende fand er doch noch eine beschriebene Seite: „Ihh, das sieht aus wie Mathe“ („Ich werde nie aus diesem verdammten Land rauskommen… Mathematiker sind alle Terroristen“). Tja, auch am Block konnte nichts gefunden werden.Was auch immer die gesucht haben.

Und das war das spannende Abenteuer!

Heute ging es dann ganz ohne Jetlag (boah, ich glaub, ich hab das große Los in der Jetlag-Gen-Lotterie gezogen!) erstmal auf den Uni-Campus, der genau so ist wie im Fernsehen. Und, oh mann, ich steh drauf, wenn Dinge so sind wie im Fernsehen! Aber dazu demnächst mehr.

Woran merkt man, daß ich immer noch, trotz weniger Posts, ein echter Blogger bin? Obwohl es noch tausend Sachen für meine anstehende große Reise zu erledigen gibt, blogge ich lieber darüber, anstatt sie einfach zu erledigen ;-)

Nein, eigentlich ist der Koffer schon gepackt, der ESTA-Antrag ist genehmigt (also wird mein Blog bestimmt schon seit Wochen vom CIA überwacht – „hi, guys, I think America is totally great!“), Paß ist schon längst ausgestellt und Vorhandensein wird alle fünf Stunden überprüft, Stecker-Adapter ist besorgt – es kann losgehen!

Wohin geht’s überhaupt? In die großartige Metropole Fort Collins! Nein, leider nicht Fort Knox, sondern ein Städtchen nördlich von Denver, bekannt aus dem Denver Clan. Also mitten in Colorado und am Fuß der Rocky Mountains.

Und wieso? Großartige Forschung natürlich! Ging es vor zwei Jahren noch nach Bern, trifft sich nun die kleine Forschungsgemeinde, der ich angehöre, in Fort Collins. Ich finde ja, man sollte alle Konferenzen in den USA grundsätzlich immer in Los Angeles oder New York abhalten – aber auf mich hört wohl keiner. Na ja, vielleicht in zwei Jahren… Obwohl, dann wird’s bestimmt München… Also erfreuen wir uns an dem was wir haben, durchwandern die Rockies, forschen uns einen Ast, genießen das Hilton (mit on-site Starbucks, ich glaube, ich liebe dieses Land wirklich!) und kurbeln die amerikanische Wirtschaft an!

Morgen geht es los! Ich hoffe, daß ich zwischendurch ein bißchen berichten kann.

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