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Blümchen

Vor langer, langer Zeit, genauer gesagt im Sommer nach meinem Abi, habe ich zusammen mit einer Freundin den ersten und bisher einzigen richtigen Sommer- und Badeurlaub meines Lebens unternommen. Es ging nach Teneriffa. Als Andenken nahm ich mir, für relativ günstiges Geld, eine kleine Strelitzie mit. Die gibt es ja massenhaft auf der Insel, und mit Voraussicht entschied ich mich gegen die fertigen Blümchen in Cellophan und für ein kleines Töpfchen mit drei Blättchen, davon war eines auch noch ein bißchen angeranzt.

Aus dem Pflänzchen wäre überhaupt nichts geworden, wenn meine Mama sich nicht gleich so liebevoll um es gekümmert hätte. So wurden aus den drei Blättchen bald mehr und das ganze Blümchen stattlicher. Nach ein paar Umtopfungen ist es mittlerweile bummelig 1,50m groß und der zugehörige Topf wird bevorzugt per Rolluntersetzer bewegt. Nachdem sich sieben Jahre lang jeder neue Sproß als eher langweiliges Blatt entpuppte, hatten wir schon befürchtet, eine Blindgänger-Blume erwischt zu haben. Also war die Freude ziemlich groß, als sich dann doch endlich ein knubbeliger neuer Stängel als Blüte entpuppte. Tada!

Bird-of-paradise 1

Da die Bergedorfer Zeitung immer noch nicht da war, um endlich mal gebührend über das Phänomen zu berichten und ich auch erst heute dazu gekommen bin, ein paar hübsche Bilder von der (mittlerweile: dritten) Blüte zu machen, soll sie wenigstens hier einen kleinen Eintrag wert sein ;-)

Bird-of-paradise 2

Inhalt: Jane (Meryl Streep) ist eine erfolgreiche Frau in den besten Jahren, wie man heutzutage so schön sagt: Sie leitet eine florierende kleine Bäckerei, nennt ein wunderschönes Häuschen samt Anwesen in Santa Barbara ihr eigen und hat drei wohlgeratene, mittlerweile erwachsene Kinder. Seit über zehn Jahren ist sie von ihrem Ex-Mann Jake (Alec Baldwin) geschieden, er hat sie für die deutlich jüngere Agnes (Lake Bell) verlassen. Auch wenn die Zeit der Feindseligkeiten vorbei ist, leidet Jane insgeheim noch immer unter der Trennung und vor allem ihrer Einsamkeit. Doch dann passiert das Unvorhersehbare (na gut, zumindestens wenn man noch keinen Trailer gesehen hat…): Bei einem Familientreffen funkt es plötzlich wieder zwischen Jane und Jake – und die beiden beginnen einen Affäre! Daß Jane nun plötzlich “die andere Frau” ist und eine Affäre mit einem verheirateten Mann hat, stürzt sie in arge Gewissensnöte, während Jake frohlockt und die Situation sichtlich genießt. Vielleicht gibt es doch noch eine gemeinsame Zukunft für die beiden? Um die Situation noch ein bißchen komplizieter zu machen (vgl. Titel des Films), gibt es auch noch den netten, geschiedenen Architekten Adam (Steve Martin), der für Jane arbeitet und sich in sie verliebt hat. Tja, mein Herzblatt, nun mußt Du Dich entscheiden…

Kritik: Schon seit einiger Zeit hat Hollywood ja die sogenannten “Silver Ager” für romantische Komödien entdeckt, spätestens seit “Was das Herz begehrt” dürfte klar sein, daß man auch jenseits der 50 noch Schmetterlinge im Bauch haben und sich reichlich bescheuert benehmen darf. Natürlich gehen auch bei “Wenn Liebe so einfach wäre” ein paar Lacher auf Kosten des Alters, wobei sich die beiden Hauptdarsteller ohne Scheu selbst auf die Schippe nehmen. Damit wären wir auch schon gleich bei dem Hauptgrund, der den Film so sehenswert macht: Die Chemie zwischen Meryl Streep und Alec Baldwin stimmt einfach! Während Meryl Streep stets die Sympathien des Publikums auf der Seite hat (Wie viele junge Frauen denken sich wohl: “Wenn ich älter werde, möchte ich so sein wie die Meryl?” Okay, ich selbst wahrscheinlich auch…) suhlt sich Alec Baldwin geradezu in seiner Rolle als angegrauter “Bad Boy”. Schon in dem von mir ja sehr geliebten “30 Rock” gelingt ihm der Spagat zwischen egoistischem Macho und liebenswertem Knuddelbärchen einfach nur perfekt, weitere Pluspunkte sammelt er noch dadurch, daß er sich anscheinend auch nicht zu schade ist, mal seinen pelzigen Waschbärbauch in die Kamera zu halten. Daumen hoch für Alec Baldwin!

Insbesondere die erste Hälfte des Films bietet mit der entstehenden Situationskomik einfach nur jede Menge Spaß für den Kinobesucher, wobei man ausnahmsweiße auch mal nicht alle witzigen Stellen schon aus dem Trailer kennt. Dabei gelingt es dem Film insbesondere sehr gut, eigentlich recht simple Gags, die in anderen Filmen sogar schnell pubertär gewirkt hätten, dank des gereiften Alters und der Klasse der Hauptdarsteller extrem gut rüberkommen zu lassen (Man stelle sich den Skype-Video-Gag mal in “American Pie” vor…). Gegen Ende des Films wird es dann ein bißchen ernster, schließlich muß die gute Meryl sich nun langsam mal entscheiden, wo es denn lang gehen soll. Hier muß man kritisch anmerken, daß Steve Martin als bodenständige Alternative zu Alec Baldwin nicht besonders gut rüberkommt. Das fängt bei der etwas langweiligen Charakterisierung an und hört bei der deutschen Synchronstimme auf, die auffallend so klingt als hätte sie ein Problem mit ihren dritten Zähnen. Nachdem das Drehbuch eigentlich zunächst recht forsch-fröhlich ist (hey, es darf sogar gekifft werden!), hätte man sich da für das Ende vielleicht eine etwas knalligere Lösung gewünscht. Dennoch bleiben viele gelungene Gags in Erinnerung, deswegen von mir eine dringende Empfehlung!

Ho-ho-ho!

Winterkarte 09

Allen Lesern dieses Blogs wünsche ich ein fröhliches, friedliches und besinnliches Weihnachtsfest.Laßt Euch reich beschenken, futtert reichlich und feiert mit Euren Lieben. Werde ich jetzt auch machen und ein paar gemütlich Tage in Hamburg genießen.

Kaufen! Jetzt!

Eilmeldung von der Amazon-Watch: Die erste Staffel von “30 Rock” gibt es aktuell für nur 12,97 Euro bei Amazon.

Wer auf temporeiche, manchmal etwas abgedrehte, insgesamt aber doch auch irgendwie süße Unterhaltung steht, dem sei diese Serie wärmstens empfohlen! Eine ziemlich gewagte Mischung aus Screwball-Comedy und Mediensatire, mit der ganzen Bandbreite von Gags, von reichlich subtil bis wunderbar albern. Tatsächlich habe ich auch schon jede Folge auf ZDF Neo verfolgt (ja, den Sender gibt es echt! Und man kann ihn angeblich sogar einfach so digital empfangen. Ist jetzt aber eher ein, äh, Geheimtipp) und fand sogar die deutsche Übersetzung schon superlustig. Wie da wohl erst der Genuß der englischen Tonspur wird!

Ach so, der Inhalt: Liz Lemon (Tina Fey) ist die Chefautorin der “Girly Show” bei NBC, so einer Art Mädels-Version von “Samstag Nacht”. Plötzlich bekommt sie einen neuen Boss (Jack Donaghy alias Alec Baldwin), der in dem Riesenkonzern zuständig ist für Mikrowellenprogrammierung und ihre Show, vom Showbusiness aber eigentlich keine Ahnung hat. Trotzdem drückt er ihr als erstes den abgedrehten Rapper und Schauspieler Tracy Jordan (Tracy Morgan) aufs Auge, der die Einschaltquoten steigern soll, aber eigentlich nicht so wirklich ins Showkonzept paßt. Der sich nun hinziehende Schlagabtausch zwischen der eher intellektuellen, eher verplanten Liz und dem eher pragmatischen, auf jeden Fall aber sehr selbstsicheren Jack Donaghy, ist einfach nur göttlich! Ob da zwischen Liz Lemon und Jack Donaghy eigentlich noch was geht? Mein Herz, in dem ja immer eine große Ecke für “süße Kotzbrocken” reserviert ist, hat er jedenfalls schon erobert.

Also, nochmal zusammengefaßt: Kaufen! Jetzt!

Fuchsi!

Als ich noch ganz klein war, war mein Lieblingskuscheltier ein kleiner Frottee-Fuchs mit einer Spieluhr, genannt Fuchsi. Leider hat die Spieluhr eine Runde in der Waschmaschine nicht überlebt, aber Fuchsi blieb trotzdem mein Favorit im Kuschelzoo. Wahrscheinlich liegt es irgendwie daran, daß ich Füchse noch immer süß finde (zumindestens kleine!) und natürlich begrüßte mich tagein, tagaus der kleine Fuchs vom Theme “Tea House” auf meine persönlichen igoogle-Homepage:

Hach, was ist das Fuchsi süß! Und alle paar Stunden erneuert sich das Bild und das Fuchsi macht etwas Neues. Mal füttert es Entis, mal macht es Wäsche, und wenn es den Zikaden genug auf der Gitarre vorgeklimpert hat, geht es in sein Teehäuschen zurück und schläft. Na gut, es macht jeden Tag das Gleiche – aber, hey, wer macht das nicht?!

Seit Neuestem spinnt aber mein igoogle und mein Headerbild wird abgeschnitten – Fazit: Fuchsi ist weg! Ich fand mich zunächst damit ab, daß ich wohl der einzige Mensch auf der Welt bin, der sein Herz derart an einen digitalen Fuchs hängt. Heute war die Sehnsucht aber doch zu groß und es wurde ein bißchen gegoogelt. Ergebnis: Alle lieben Fuchsi! Allein 179 Posts von igoogle-Nutzern, die ihren Fuchs zurückhaben wollen. Ach so, und bei der Gelegenheit vielleicht auch gleich die döschige neue ganz linke Leiste weg.

Wie es aussieht, scheint Google da nicht so wirklich kooperativ zu sein. Aber natürlich gibt es auch dafür eine App, äh, ein Add-on, zumindestens für den Firefox! Einfach hier runterladen und und dann ist erstens die Leiste links weg und zweitens kann das Zuhause von Fuchsi wieder auf die bewährte Größe zurückgezogen werden.

Mein Tag ist gerettet! :-)

Nachtrag (10.12.2009): Oha, jetzt haben die bei Google tatsächlich eingelenkt! In dem erwähnten Thread gab es auch immer mehr Stimmen und mittlerweile gibt es Fuchsi auch ganz ohne Plug-In wieder in voller Größe! Dankeschön, Google! :-)

Schweden – Fazit

So, seit Sonntagabend bin ich wieder in Tyskland. Tut mir leid, daß die Live-Berichterstattung dann doch eingeschlafen ist, hier nun also das Fazit zum Urlaub:

Schweden ist super!

Dem gibt das eigentlich nichts hinzuzufügen, höchstens kann man noch etwas ins Detail gehen.

  • Die Landschaft rund um den Göta-Kanal fand ich toll und auch recht abwechslungsreich. Vor allem gibt es die beiden großen Seen Vänern und Vättern, dann aber auch noch unzählige kleinere Seen, Richtung Westen z.T. auch etwas gebirgiger, ansonsten eher platt. An den Küsten dann die typischen Schären, d.h. kleine Felseninseln wie man sie aus dem Fernsehen kennt (“Ferien auf Saltkrokan” habe ich als Kind supergerne gesehen!)
  • Die komplette Tour auf dem Göta-Kanal von Göteborg nach Stockholm oder umgekehrt müßte ich, ehrlichgesagt, nicht machen. Das ist schon seeeehr langsam, jede Schleuse kostet ja ewig Zeit. Aber wer nicht nur gerne einen Gang zurückschaltet im Urlaub, sondern wirklich komplett alle Gänge rausnimmt, der wäre damit sicher gut bedient. Uns hat die eine Tagestour, die in unserer Route vorgesehen war, als Eindruck genügt.
  • Die Menschen in Schweden waren extrem nett und sehr entspannt. Hat man unter anderem im Straßenverkehr gemerkt, aber auch einfach so auf der Straße. Sie sind freundlich, aber nicht aufdringlich, genau so, wie ich das mag. :-) Fast überall kommt man übrigens mit Englisch sehr gut weiter, wobei ich natürlich ab und zu, wo es sich anbot, auf Schwedisch parliert habe. Leider kenne ich noch viel zu wenige Vokabeln, um das standardmäßig zu betreiben. Aber ich konnte z.B. alle Zahlen auf Schwedisch verstehen. Überhaupt scheint das Verstehen der Sprache, wenn man die Aussprache und die Vokabeln kennt, nicht so das Problem zu sein, weil im Schwedischen häufig langgezogene Silben vorkommen (in bißchen wie im Schwytzerdütsch) und der Schwede dadurch nicht so schnell spricht oder nuschelt. Hat mich also ermuntert, meinen Schwedisch-Kurs, falls möglich, fortzusetzen.
  • Stockholm und Göteborg haben wir wahnsinnig gut gefallen. Haben mich beide an Hamburg erinnert, nur mit noch ein bißchen mehr Wasser. Schöne, sehr gepflegte Häuser, gut belebte Innenstädte, und vor allem ganz, ganz viel Grün.
  • Zu guter Letzt ist Schweden für mich genau die richtige Mischung aus “Anderswo” und “Zuhause”. ;-) Soll heißen: Natürlich merkt man, daß man nicht in Deutschland ist, aber andererseits ist es auch nicht vollkommen anders. Wenn an einem Laden die Öffnungszeiten draußen dranstehen, dann ist auch zu denen geöffnet. Der Schwede hält sich auch gerne an Verkehrsregeln und so. Sogar an die Geschwindigkeitsbegrenzungen, wobei netterweise auf alle Blitzer ein paar hundert Meter vorher mit einem Riesenschild hingewiesen wird. Und ich kann überall mit meiner VISA bezahlen (in Schweden übrigens immer bitte selber durchziehen und sagen,wenn man keine PIN braucht!) Und, da bin ich deutsch, da darf ich’s sein, da steh ich eben drauf im Urlaub.

Und, wie sagt der Schwede so schön: “Välkommen åter”, also darf ich noch mal hin ;-)

Göta-Kanal

So, heute stand Radtour auf dem Programm. Obwohl es kräftig stürmte, haben meine Mama und ich also den Göta-Kanal unsicher gemacht. 40 km hin und zurück, finde mich recht sportlich und bin nun sogar ein bißchen kaputt…

Der Göta-Kanal ist ja mal ein krasses Ding, da ist so ein alter Schwede einfach mal auf die Idee gekommen, einen Kanal quer durchs Land zu buddeln. Weil, mit Eisenbahn und Lastern war damals noch nicht so. Da es in Schweden leider dauernd rauf und runter geht, mußten massenhaft Schleusen gebaut werden, 58 um genau zu sein. Im Hinblick darauf, daß es bald die Eisenbahn und irgendwann später mal Laster geben sollte, eine eher bescheidene Idee… Aber Hut ab vor den Schweden, die erkannten schon mordsmäßig früh, sogar bevor es Inga Lindström gab, daß die Touris richtig auf diese Kanal-Sache abfahren würden. Und so sollte es sein, es gibt massenhaft Freizeitbötchen oder auch historische Dampfschiffe, die den Kanal befahren. Auch der Fahrradverleih scheint zu florieren, denn am Ufer des Kanals läßt es sich sehr gemütlich radeln.

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Elchtest

So, Elchtest hat der Skoda bestanden, er hat alle verscheucht. Tja, leider keine Elchsichtung in freier Natur. Aber einen ausgestopften im Museum. Und man konnte sogar mit Elchfell kuscheln und sich näher über den König des Waldes informieren. Der Schwede sieht die Elchjagd ganz unverkrampft, schließlich geht ja auch König Carl Gustav ihr gerne nach und man durfte sogar selbst eine (Laser-)Wumme in die Hand nehmen.

In der Nähe gab es ein paar richtig schöne kleinere Wasserfälle. Wasserfälle sind super! Hier mal ein hübsches Bildchen von heute morgen:

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Leider haben wir in Trollhättan den Wasserfall verpaßt… Da werden nämlich täglich um 15 Uhr die Schleusen aufgerissen und das Wasser rauscht wie blöd plötzlich runter. Zur Freude von Vattenfall (und das ist natürlich das schwedische Wort für “Wasserfall”), denn die gewinnen dadurch Strom. Am “Fallens Dagar” wird aus diesem Schauspiel dann auch einfach mal ein Volksfest. So ist der Schwede, feiert gern und trinkt dabei wohl auch immer ein büschen…

Hej hej!

Tja, leider wußte ich noch nicht mal, was genau “Hallo AUS Schweden” heißt. “ut Sverige”, “från Sverige”? Da hat der Schwedischkurs ja mal echt was genutzt. :-(

Aber man weiß ja, worum’s geht. Heute bin ich in Göteborg gelandet und die nächsten neun Tage wird mit einem untermotorisierten Skoda Fabia durchs Land getuckert. Immer schön entlang des Götakanals. Leider hat es heute geregnet, aber Slott Gunnebo war trotzdem schön. Der Riesenstau rund um Göteborg dann nicht mehr ganz so, leider… Nun wird erstmal die erste Nacht in Schweden genossen und morgen gibt es dann frukost. Immerhin einen Kaffee und einen Tee konnte ich meiner Mama und mir heute auch schon auf Landessprache bestellen. Ha, hat sich also doch gelohnt! Morgen geht es dann hoffentlich Elche gucken auf dem Elchberg.

Många Hälsningar (oder so…)

Heute habe ich festgestellt, daß ich wie meine Mutter werde. Zumindestens in manchen Sachen. Leider nicht in Bezug auf die Freude am Fensterputzen…

Also, spulen wir kurz zurück, ich komme vom Büro nach Hause. Der Miss Sophie-Hintern freut sich auf sein Sofa und der Miss Sophie-Polo freut sich auf die Tiefgarage. Jawohl, in meinem leicht assigen Wohnviertel leiste ich mir den Luxus einer kuschligen, abgeschlossenen Tiefgarage, wo der Polo jeden Abend in Frieden rasten kann. Die Einfahrt macht immer einen Mordsspaß, ich habe so ein kleines Kästelchen im Auto liegen, drücke auf ein Knöpfchen, und schon fängt eine fette Signalleuchte am Garagentor an, aufgeregt zu blinken, es fährt hoch und es geht los.

Heute machte die Einfahrt keinen Spaß, denn ein doofes Auto stand mitten in der Einfahrt. Der erste Gedanke war: “Oh gott oh gott, der Polo nachts allein hier auf den Straßen.” Der zweite war: “Hey, ich zahle 10 Euro im Monat für die Mistgarage, also komme ich da auch rein!”Also zirkelte ich mich irgendwie an dem doofen Auto vorbei und frickelte mich gerade so eben in die Einfahrt. Schweißperlen auf der Stirn, Zirkeln im weiteren Sinne des Wortes ist nicht so meine Stärke.

Nun kommt meine Mama ins Spiel. In solchen Momenten regt sie sich genau so gerne auf wie ich. “Wie bescheuert können Leute denn sein? So klein ist die Einfahrt ja nun auch nicht, daß man sie nicht sieht! Und es gab zehntausend andere freie Parkplätze rundherum!” Und wie sagt sie immer so schön: “Ich mache aus meinem Herzen eben keine Mördergrube.” Haha, das kleine Anti-Mördergruben-Gen ist heute bei mir volljährig geworden. Also fand ich schnell einen kleinen Zettel und dicken roten Filzer und gratulierte zu dem schönen Parkplatz (genauen Wortlaut gebe ich mal nicht wieder… Andere Leute können ja vielleicht auch googeln und holen ihre Brüder… Es blieb natürlich alles im gesitteten Bereich – ich bin eine Lady!). Zu meiner Verteidigung möchte ich noch sagen, daß ich vor dem Unterklemmen an die Scheibenwischer überprüfte, ob der Halter vielleicht gerade in unmittelbarer Nähe war und / oder irgendetwas auf einen Unfall, technischen Defekt, medizinischen Notfall oder Entführung durch Außerirdische hindeutete. Nichts.

Tja, nun geht’s mir besser.  Bis zum Blockwart und zum Rentner, der Falschparker aufschreibt und beim Ordnungsamt meldet, ist es freilich nur noch ein kleiner Schritt. Andererseits scheint es sich im Alter nicht zu verschlimmern, evtl. sogar eher zu mildern. Ich hoffe das Beste!

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