Seit letzter Woche habe ich ein neues Hobby, dem ich gelegentlich im REAL nachgehe: Ich bediene mich gerne mal selbst, höhö. Natürlich heißt das nicht, daß ich an der Kasse das Zahlen vergesse! Aber ich kann jetzt selbst kassieren, jawoll!
Als neulich mal wieder alle Kassen besetzt waren, stach mir ganz in der hintersten Ecke der Kassenreihe ein mysteriöser „SB-Kassen“-Bereich ins Auge. Das wurde gleich mal ausgecheckt. Es gab vier Stationen und alle waren ganz prächtig ausgerüstet mit allerlei Einwurfschlitzen, einem Barcodescanner, Touchscreen und nebenan so eine Art Bänkchen mit allerlei Plastiktüten. Sah spannend aus, also ging’s gleich los!
Als erstes wollte mal ein Leergutbon geschluckt werden und ich verfluchte mich mal wieder, daß ich natürlich wie so oft gleich beim ersten Versuch irgendwelche Sonderwünsche und -probleme hatte. Bon scannen ging super, nun mußte er nur noch irgendwo eingeworfen werden, damit man nicht morgen gleich noch mal auf die super Idee kommt. Das war schon knifflig, weil der doofe kleine Bon sich natürlich in dem Schlitz verkeilte und nachgeschubst werden mußte. „Bitte werfen Sie den Bon ein“ tönte es derweilen unentwegt aus Richtung Touchscreen. Es wurde stressig, aber nun war das Ding ja schon mal eingescannt (gesammeltes Büroleergut im Wert von 2.50 Euro, das läßt man sich nicht einfach so durch die Lappen gehen) und irgendwann verschwand der Bon vollständig und es konnte weitergehen. Also, Ware für Ware aus dem Körbchen nehmen und über den Scanner. Geht superleicht und macht voll Spaß! Vom System gab es einen anerkennenden Piepser und eine freundliche Stimme sagt noch einmal (für Blinde???) den Preis an. Rein intuitiv legte ich alles, was gescannt wurde, dann erstmal auf das Bänkchen neben die Kasse. Irgendwann wurde es da aber zu voll und ich beschloss, schon mal in meine mitgebrachte Tüte auf dem Boden einzusortieren.
Oha, ganz falscher Fehler! „Sie haben Ware vom SB-Bereich entfernt. Legen Sie die Ware bitte zurück!“ Ohweia, Big-REAL-Brother is watching me! Ich brauchte natürlich länger um zu peilen, was los war, also fehlte sicherlich nicht viel, und die roten Lampen hätten über mir angefangen zu blinken, Sirenen wären losgegangen und ein Dutzend Sicherheitsleute hätte sich auf mich gestürzt. Irgendwann peilte ich dann, daß die „Sitzpolster“ auf der Bank wohl irgendwie ganz krasse Sensoreigenschaften hatten oder so. Also alles wieder zurück aufs Bänkchen und die letzten Teile noch gescannt. Kurz umgeguckt – alles ruhig, fein! So, fehlte nur noch das Bezahlen, um das wohl auch hier kein Weg drumrumführte (Wo sie schon mit dem Bänkchen so Streß gemacht hatten…). Von den gefühlten tausend Bezahlmöglichkeiten entschied ich mich dann für Zahlung per EC-Karte, was auch super klappte. Und war stolz wie Bolle, ein bißchen wie früher im Kaufmannsladen oder in der Kinderpost. Außerdem wurde ich ausnahmsweise mal nicht nach dieser total behinderten Payback-Karte gefragt! Ha, alleine dafür lohnte es sich schon.
Erst beim Rausgehen fiel mir dann auf, daß die vier Stationen unter der argusäugigen Bewachung einer extra dafür abgestellten REAL-Mitarbeiterin standen (bestimmt ganz spannender Job…). Angeblich, nur um zu gewährleisten, daß kein Alkohol von Jugendlichen oder so gekauft wird. Ja, ja. Muß bestimmt witzig ausgesehen haben, wie ich vor ein paar Minuten erst mit einer Scheckkarte im Leergutbonschlitz rumgestochert und etwas später panisch Ware zurück aufs Bänkchen geschaufelt habe. Ließ sich aber nichts anmerken.
Fazit: Für die Spielkinder und Wenigkäufer unter uns ein kostenloser Spaß. Und ansonsten find ich REAL-Märkte ja nicht besonderes freudvoll, muß ich zugeben… Also mal ausprobieren, zumindestens falls man keinen Niko Clausen in der Nähe hat